Studie: Dicke leben länger

Diät-Streik

Studie: Dicke leben länger

Übergewicht ist heute gesünder als in den 70er-Jahren

Dass ein paar Pfund extra auf den Rippen das Leben verlängern können, gilt schon seit ein paar Jahren nicht mehr als Geheimnis. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie war dies aber nicht immer so: Demnach war die Lebenserwartung noch in den 70er-Jahren bei schlanken Menschen höher als bei fülligeren Menschen.

Normalgewichtige im Nachteil
"Heute haben Übergewichtige eine geringere Sterblichkeit als Normalgewichtige", berichtete Borge Nordestgaard von der Kopenhagener Universitätsklinik. "Der Grund für diesen Wandel ist unbekannt."

Daten von mehr als 100.000 Menschen analysiert
Für die im "Journal of American Medical Association" (Jama) veröffentlichte Studie wurden Daten von mehr als 100.000 Menschen in Dänemark ausgewertet, die in den Jahren 1976 bis 1978, 1991 bis 1994 und von 2003 bis 2013 auf ihre Sterblichkeit untersucht wurden. Berücksichtigt wurden verschiedene Gesundheitsrisiken wie zum Beispiel Tabakkonsum.

Body-Mass-Index als Maßstab
Das Normalgewicht wird anhand des Body-Mass-Index (BMI) bestimmt, dafür wird das Gewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat berechnet. Ein BMI von 18,5 bis 24,9 gilt als normal. Bis 29,9 gelten Menschen als übergewichtig, danach beginnt die Fettleibigkeit.

Die Studie förderte zutage, dass Menschen mit einem BMI von 23,7 in den 70er-Jahren am längsten lebten - das entspricht einem Gewicht von 78 Kilogramm bei einer Größe von 1,83. Anfang der 90er-Jahre lag der optimale BMI bei 24,6 in der Spanne von 2003 bis 2013 legte der optimale BMI sogar auf 27 zu, was bei einer Körpergröße von 1,83 gut 90 Kilogramm entspricht - also zwölf Kilogramm mehr als in den 70ern.

Übergewicht müsse neu definiert werden
Die Forscher stellten überdies fest, dass Fettleibige in den 70er-Jahren eine höhere Sterblichkeit aufwiesen als Normalgewichtige - seit den 2000er-Jahren leben sie aber genau so lange. Aufgrund der Befunde müsse neu definiert werden, wo Übergewicht beginne, sagte Forscher Nordestgaard. Zugleich wies sein Team darauf hin, dass die Gründe noch unklar seien und die Ergebnisse nicht so interpretiert werden sollten, dass Menschen nicht mehr auf gesunde Ernährung achten.