Simbabwe

Welternährungstag, am 16. Oktober

Kampf gegen Hunger erfordert langen Atem

Die Folgen von Hunger sind fatal

Rhoda ist alleinerziehende Mutter von vier Kindern und geht jeden Abend hungrig ins Bett. Damit ist sie nicht alleine - in Simbabwe leiden mehr Menschen Hunger, als Wien Einwohner hat: 2,2 Millionen. Bis März wird sich ihre Zahl wegen der aktuellen Dürre verdoppeln. Hilfswerk Austria ist dort seit 18 Jahren mit Fokus auf Ernährungssicherheit aktiv - eine Aufgabe, die einen langen Atem erfordert.

Herausforderung in Zeiten der Dürre

Rhoda wohnt mit ihrer Mutter und ihren vier Kindern in Ngorima im Bezirk Chimanimani im Osten Simbabwes. Ihr Mann starb vor zwei Jahren an Aids. Seither muss sie alleine für den sechsköpfigen Haushalt sorgen. In Dürrezeiten wie diesen ist das eine besondere Herausforderung, denn Arbeit gibt es so gut wie nicht. Frühstück ist die einzige Mahlzeit für ihre Kinder: Diese bekommen in der Früh einen Brei aus gemahlenem Maismehl, so dünn mit Wasser angerührt, dass er gerade einmal genügend Kraft für den Tag gibt. Rhoda isst nur, wenn die vier Kinder mit dem Brei versorgt sind.

Folgen der Hungersnot

Die Folgen von Hunger sind fatal. Verkümmerung und ernsthafte Erkrankungen sind die Folge, die Kinder besonders hart treffen. Auch ein Schulbesuch ist nicht möglich, obwohl in Simbabwe Schulpflicht herrscht. Rhoda hat als fallweise Tagelöhnerin im Schnitt 30 US-Dollar pro Monat zur Verfügung. Der Schulbesuch würde monatlich für alle vier Kinder 20 Dollar kosten. Die Kinder müssen zu Hause bleiben, bis sich die landwirtschaftliche Situation wieder entspannt und Rhoda wieder genug Einkommen aus der Landwirtschaft erzielen kann.

Suche nach Alternativen

Das Hilfswerk konzentriert seine Entwicklungszusammenarbeit in Simbabwe auf Ernährungssicherheit. Nachdem das Land für Dürre und Ernteausfälle bekannt ist, stehen in den Projekten spezielle Pflanzen im Fokus: Solche, die mit sehr wenig Wasser und unter extrem unfreundlichen Bedingungen bestehen können. Seit 1998 wird deren Anbau, die Ernte und Vermarktung unterstützt. Baobab gehört zu den in Simbabwe heimischen Pflanzen. Der bis zu 15 Meter hohe Stamm des Baobab Baumes besteht aus schwammartigen Fasern, die viel Wasser speichern und den Baum so auch während längerer Trockenperioden am Leben erhalten können. Das ausgeprägte Wurzelsystem trägt ebenfalls zu seiner erstaunlichen Dürreresistenz bei. Das aus seinen Früchten angefertigte Pulver gilt als besonders nahrhaft.

Das Hilfswerk unterstützt die Bauern darin, die Infrastruktur für die Verarbeitung und Vermarktung von Baobab und anderen heimischen Pflanzen zu schaffen. Zudem wird beim Anbau von dürreresistenten Pflanzen wie Chili, Sesam oder Maniok geholfen. Im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe werden die lokalen Bauern ausgebildet. Das führt neben Einkommensmöglichkeiten zu schrittweiser Nahrungssicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung für die gesamte Region.

Entwicklungszusammenarbeit für ein Leben in Würde

Die aktuelle Dürre ist ein bitterer Rückschläge für die Bevölkerung. Dies zeigt laut Hilfswerk, dass der Kampf gegen den Hunger einen langen Atem erfordert. Entwicklungszusammenarbeit ist aber kein Tropfen auf dem heißen Stein, sondern ermöglicht betroffenen Familien ein Leben in Würde: Alleine im Vorjahr wurde durch das Projekt in Simbabwe das monatliche Durchschnittseinkommen von 6.768 Familien von 30 auf 101 Dollar erhöht.

Einer der Begünstigten ist der 67-jährige Elijah Madzima, der mit seiner neunköpfigen Familie im Osten lebt. Bisher kamen seine spärlichen Erträge aus der Maisproduktion, die jedoch aufgrund des ungünstigen Klimas zu unsicher war. 2013 wurde der Bauer auf das Hilfswerk Austria Projekt aufmerksam. Er durchlief das Training zum Anbauen und Vermarkten von wildem Safran und erntet auf dem Ein-Hektar großen Feld jede Saison 70 Kilogramm. Die Vermarktung läuft gut, wodurch er sich und seine Familie auch während der aktuellen Dürre mit seinen Vorräten ernähren kann. Er konnte seine Einnahmen aus der Vermarktung sparen, um die Schulbeiträge und –uniformen für seine Kinder zu zahlen.

Hilfswerk Austria International ersucht um Spenden

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