Der Feind auf dem Teller

Ernährungswahn

Der Feind auf dem Teller

Warum es kein gesundes oder ungesundes Essen gibt

Gesunde Ernährung als Vollzeitbeschäftigung? Autor und Ernährungswissenschaftler Uwe Knop rechnet mit zahlreichen Irrtümern und falschen Ernährungsweisheiten ab. Warum Studien über gesundes und ungesundes Essen meist nicht aussagekräftig sind oder Diäten und gesundheitsbewusste Ernährung nichts anderes sind als eine Art Ersatzreligion, zeigt der Autor anhand von zahlreichen Studien in seinem neuen Buch "Ernährungswahn" auf. Denn, so die Meinung des Autors, ungesundes Essen gibt es nicht!

Alles bloß Angstmacherei
Uwe Knop, der selbst vom Fach ist, hält nicht viel von der Ernährungswissenschaft. Zumindest für gesunde Menschen sei es seiner Meinung nach völlig irrelevant, was auf den Teller kommt und was nicht. So behauptet der Ernährungswissenschaftler, der angeblich mehr als tausend Studien analysiert hat, dass es zu jeder Studie eine Gegenstudie gibt. Zwar könne ein Zusammenhang zwischen einem gewissen Essverhalten und verschiedenen Krankheiten ausfindig gemacht werden - aussagekräftig sei dieser jedoch in vielen Fällen nicht. Studien verschleiern oft nicht nur Fakten, sondern vernachlässigen wichtige Einflussfaktoren. Auch gut gemachte Studien hätten gar nicht die Möglichkeiten alle wesentlichen Variablen miteinzuberechnen. Der Lebenssitl, die Gene, die Herkunft und psychische und soziale Faktoren spielen alle bei der Gesundheit mit. Welche Ernährungsweise wie den Körper beeinflusst ist daher oft nur schwer zu beantworten bishin zu unmöglich. Außerdem bleibt meist die Frage nach Ursache und Wirkung offen.
Um die größten Ernährungsirrtümer aufzudecken, wird etwa monatlich vom Europäischen Institut für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E. e.V.) auf den "Ernährungsunsinn des Monats" aufmerksam gemacht.

Fett und Zucker erlaubt
Weder Fleisch, noch Fett oder Zucker sollte verteufelt werden. Auch die fünf Mal am Tag empfohlenen Portionen Obst und Gemüse lassen sich nicht wissenschaftlich begründen, so der Autor. So gibt es etwa neben Studien, die Fleisch als bedenklich einstufen, auch weitere Forschungsergebnisse, die genau das Gegenteil behaupten. Weder Low-Carb, Paleo, Clean Eating noch vegane oder vegetarische Ernährungsweisen hält der Autor für gesund oder sinnvoll.

Was ist denn nun gesund?
Was gesund ist oder, nicht - das muss schließlich jeder für sich bestimmen. Uwe Knop empfiehlt, auf die Bedürfnisse des eigenen Körpers zu hören, nicht über den Hunger hinaus zu essen und sich nicht verunsichern zu lassen. Als "fettarme" und "zuckerfreie" angepriesene Lebensmittel verursachen meist mehr Schaden als Nutzen. Unverarbeitete Lebensmittel sorgen außerdem für einen besseren Geschmack. Aber letztendlich sind Fett und Zucker ebenso erlaubt wie Fleisch und Salz. Schließlich kennen wir selbst unseren Körper am besten.

© Rowohlt Verlag GmbH
Ernährungswahn

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Uwe Knop:
Ernährungswahn

Warum wir keine Angst vorm Essen haben müssen
187 Seiten, € (D) 9,99/ € (A) 10,30