Was kann die Hanf-Diät?

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Was kann die Hanf-Diät?

Der Hype um die Arzneipflanze des vergangenen Jahres ist ungebrochen. Mittlerweile wird Hanf – auch als Cannabis bezeichnet – nicht nur zur Entspannung, Schmerzlinderung und bei Depression eingesetzt. Die hoch nährstoffreiche Pflanze gilt dank neuester Erkenntnisse als der Schlankmacher schlechthin. Dr. Armin Breinl, Gynäkologe, Vitalstoffexperte und Erfinder der Functional Fruit Drinks 2B verrät, wie die Heilpflanze beim gesunden Abnehmen unterstützt.

Was das Gras alles kann
An die 100 heilkräftige Wirkstoffe sind in den Hanf-Blättern und -Samen enthalten. Durch neue Verarbeitungsmethoden und Analysetechniken ist es gelungen, die Wirkstoffe der Pflanze besser für den Menschen verfügbar zu machen und zu erforschen.

So gut tut Hanf 1/4
Für Herz und Kreislauf:

Hanfsamen enthalten hochwertige ungesättigte Fette und sind ein idealer Omega-3-Lieferant. Die meisten Menschen nehmen ausreichen Omega-6-, aber nur wenige Omega-3-Fettsäuren zu sich. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt bei Omega 6 und Omega 3 ein Verhältnis von 4:1. Stimmt diese Relation nicht, begünstigt das entzündliche Prozesse im Körper und kann Beschwerden wie chronische Nervenleiden oder Herz-Kreislauf-Probleme auslösen. Hanf ist die einzige Pflanze, die ein annähernd optimales Verhältnis von 3,75:1 hat.
 
 
 
Für die Muskeln:

Ein Proteinanteil von bis zu 30 Prozent macht Hanfsamen zudem zu einem idealen Eiweißlieferanten – und für Vegetarier und Veganer zu einer echten Fleischalternative. Das enthaltene Eiweiß ist dem körpereigenen sehr ähnlich und somit leicht verdaulich und lang anhaltend sättigend.
 
 
Für die Zellen:

Vitamin B2, das ebenfalls für den Muskelaufbau notwendig ist, liegt in Hanfsamen in höherer Konzentration vor als in Fleisch oder Milch. Das Vitamin ist außerdem für die Regulation von Stresshormonen, die Funktion der Schilddrüse ­sowie die Augen- und Hautgesundheit wichtig.
 
 
 
Für Blut und Hirn:

Die in Hanföl enthaltene Gamma-Linolensäure (GLA) ist eine der am seltensten natürlich vorkommenden Fettsäuren. Sie wirkt sich positiv auf die Symptome von Neurodermitis oder Arthritis aus und lindert Beschwerden während des Prämenstruellen Syndroms (PMS). Bisher konnte GLA nur in Hanföl, Nachtkerzenöl, Granatapfelsamenöl und Spirulina nachgewiesen werden.

Kleine Wirkstoffkunde: Sie halten Cannabis für ein Genussmittel, das vor allem Heißhunger erzeugt? Sie haben zum Teil recht. Denn THC (Tetrahydrocannabinol),  eine psychotrop wirkende Substanz, die beim Rauchen von Cannabis freigesetzt wird, wirkt stark appetitanregend. Sie ist daher wenig förderlich für eine Diät. Außerdem ist das berauschende THC (Anm.: liegt der THC-Gehalt im Produkt über 0,3 Prozent) illegal. Daher: Finger weg. Anders das legale CBD (Cannabidiol). „Im Gegensatz zum THC reduziert CBD nämlich das Hungergefühl. Bei einigen Patienten, die CBD-Tropfen wegen unterschiedlicher Beschwerden schon längere Zeit einnehmen, konnte eine deutliche Gewichtsreduzierung als Nebeneffekt beobachtet werden“, so Dr. Breinl.

Die Pflanze kann allerdings noch mehr:  In hoher Konzentration enthaltene mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega 3, 6 und 9) sind besonders nährstoffreich und gesundheitsfördernd. Das hochwertige Protein fördert den Muskelaufbau und hält – gekoppelt mit den Fettsäuren – den Blutzuckerspiegel auf einem gesunden Niveau. B-Vitamine reduzieren das Stresslevel und unterstützen somit den Abnehmprozess zusätzlich. Auch die Funktion der Schilddrüse wird durch die Vitalstoffe optimal unterstützt. Und das alles auf rein pflanzlicher Basis! Deshalb ist eine Hanf-Kur besonders gut für Vegetarier und Veganer geeignet.

So funktioniert die Diät

Egal, ob Sie wenig Zeit haben und radikal Fett verlieren möchten oder Sie ein leidenschaftlicher Koch sind, der sich gesund ernährt und dabei sanft abnehmen möchte: Hanf liefert für alle Ziele die notwendigen Komponenten. Primär lässt sich die „Hanf-Diät“ in drei Grundkonzepte unterteilen. Beim Konzept „Shake statt Mahlzeit“ ersetzt man eine Mahlzeit des Tages durch einen Shake. Dadurch spart man Kalorien und versorgt den Körper gleichzeitig mit wichtigen Nähr- und Ballaststoffen. Das Konzept „Ausgewogenheit und Balance einer nährstoffreichen Every-day-Ernährung“ legt das Hauptaugenmerk auf das Wohlbefinden. Viele hochwertige Lebensmittel und Hanfprodukte sorgen für die richtige Nährstoff-Balance. Das dritte Konzept „Bewegung und Leistungsfähigkeit“ soll –  egal, ob in Sport oder Beruf – mit dem gezielten Einsatz von Hanf die körperliche ­sowie mentale Performance steigern.

Den Körper an Hanf heranführen
Dr. Armin Breinl rät: „Protein- und nährstoffreiche Hanf-Shakes eignen sich besonders gut als kalorienarmer und sättigender Mahlzeitenersatz. Neben Hanf-Samen, -Mehl oder -Tropfen sind auch Hanf-Öle – auf z. B. Salaten – eine zusätzliche Möglichkeit, die wertvollen Inhaltsstoffe im Alltag zu konsumieren.“

Neben vielen Vorteilen gibt es jedoch auch ein „Achtung“. „Zu beachten ist“, so Dr. Breinl, „dass CBD bei jedem Menschen unterschiedliche Wirkungen – auch Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit – hervorrufen kann.“ Der Ernährungsexperte rät deshalb: „Ich empfehle bei jeder CBD-Therapie mit geringer Dosierung zu beginnen und langsam die Einnahme bis zu einem gewünschten Effekt zu steigern.“ Fazit: Wie bei jeder Diät gilt also auch bei der Hanf-Ernährung: Ein radikaler Einstieg ist nicht angeraten. Führen Sie Magen und Kreislauf langsam an die Umstellung heran, indem Sie einzelne Mahlzeiten mit Hanf in Ihren Speiseplan integrieren. Inspirationen finden Sie links in einem 3-Tages-Plan (erstellt für eine bereits angepasste Ernährung) zur effizienten Gewichtsreduktion ohne Hungern.

Hanf-Diät: Ihr 3-Tages-Plan

Tag 1
Morgens
Grüner Bananen-Smoothie (1 Glas)
100 g Blattspinat, 1 Banane, Saft und Schalenabrieb von 2 Zitronen, 400 ml Wasser und 3 EL Hanfprotein in einem Mixer zum Smoothie verarbeiten.
Mittags
Hanf-Gazpacho (2–3 Portionen)
Zutaten: 500 g Tomaten, 2 Knoblauchzehen, ½ Gurke, 1 Paprika, 1 gehackte Zwiebel, 1 EL Hanfmehl, 1 EL Hanfsamen, je 1 Schuss Olivenöl, Hanföl und Himbeeressig, Salz, schwarzer Pfeffer, Wasser
Zubereitung: Tomaten blanchieren und schälen. Knoblauch und Gurke schälen. Gemüse grob zerkleinern. Tomaten mit Gemüse, Knoblauch, Hanfmehl, Hanfsamen, Olivenöl, Hanföl und Essig pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und je nach Geschmack mit Wasser oder Suppe mixen.
Abends
Hanfspinat mit Ei (2 Portionen)
Zutaten:  1 Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, Öl, 750 g Spinat, 1 EL Hanfmehl, 2 EL Sauerrahm, Salz, Pfeffer, 1 Prise Muskatnuss, 2 Eier, Hanfsamen
Zubereitung: Zwiebel und Knoblauch schälen und klein schneiden. Olivenöl im Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch ansautieren. Spinatblätter dazu und dünsten, bis Spinat zusammengefallen ist. Mit Stabmixer zerkleinern, Hanfmehl und ­Sauerrahm einmixen und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Eier zu Spiegeleiern braten.

 

Tag 2

Morgens
Porridge mit Gojibeeren (2 Port.)
4 EL Haferflocken, 2 EL Hanfmehl und 1 Hand Gojibeeren mit 250 ml kochendem Wasser aufgießen. Je 1 Prise Zimt, Salz und Gewürznelken beifügen. Auf kleiner Flamme circa 5 Minuten köcheln.
Mittags
Marinierte Pilze (2 Portionen)
Zutaten: 250 g Shiitake-Pilze, 250 g Champignons, 250 g Austernpilze, Olivenöl, 3 Knoblauchzehen, 1 Bund Petersilie, Hanföl, 1 Zitrone, Salz, Pfeffer, 100 g geschälte Hanfsamen
Zubereitung: Pilze in Scheiben schneiden, in Olivenöl braten. Knoblauch und Petersilie hacken. Pilze in Dressing aus Hanföl, Knoblauch, Petersilie, dem Saft und Zitronenschale, Salz und Pfeffer marinieren und ziehen lassen. Angewärmt servieren.
Abends
Quinoa-Salat (2 Portionen)
Zutaten: 100 g Quinoa, 1 Handvoll Blattspinat, 1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Avocado, 1 Schuss Hanföl, 1 Zitrone, Salz, Pfeffer, je 1 Handvoll Hanfsamen, Kürbiskerne und Pinienkerne
Zubereitung: Quinoa nach Anleitung dämpfen. Zwiebel und Knoblauch hacken. Avocado in Stücke schneiden. Quinoa mit Gemüse mischen und mit Hanföl, Saft, Zitronenabrieb, Salz und Pfeffer marinieren. Samen und Kerne in einer ­Pfanne rösten darüberstreuen.


Tag 3

Morgens
Matcha-Power (2 Portionen)
3 TL Leinsamen und 6 TL Haferflocken in 200 ml Wasser 1 Stunde quellen. 2 TL Matcha-Pulver und 8 TL Schafsjoghurt einrühren. Mit Zitrone aromatisieren. Beeren und Hanfsamen darüberstreuen.
Mittags
Bunter Tomatensalat (2 Port.)
Zutaten: 500 g Tomaten, 1 Zwiebel, 1 Knoblauch, 1 Bund Petersilie, 1 Schuss Hanföl, 1 Schuss Himbeeressig, Salz, Pfeffer, 1 Handvoll Hanfsamen
Zubereitung: Tomaten in Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen. Hanf­samen rösten und darüberstreuen.
Abends
Dinkel-Hanf-Flammkuchen (4 Port.)
Zutaten: Für Teig: 200 g Dinkelmehl, 50 g Hanfmehl, 30 g Olivenöl, 120 g Wasser, ½ TL Salz, 1 EL Rosmarin; Für Guss: 400 g rote, weiße und gelbe Zwiebeln gemischt, 150 g Sauerrahm, 1 Ei, 1 Prise Muskat, 1 EL Kräuter de Provence, Salz, Pfeffer
Zubereitung: Für den Teig alle Zutaten verkneten, Kugel formen und in Frischhaltefolie ­mindestens 30 Minuten kühl stellen. Für den Guss: Zwiebeln hacken. Mit Sauerrahm, einem verquirlten Ei und Gewürzen verrühren. Ofen auf 230 Grad vorheizen. Teig auf Backblech dünn ausrollen. Guss verteilen und knusprig backen.

Hanf © Kneipp Verlag
Noch mehr Rezeptideen: Gibt es in „Die Hanf-Diät“ von Ulli Zika, Dr. Patrick Thurner und Alexander Thurner. Kneipp-Verlag, um 19 Euro.

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