Vegane Diät für mehr Power

Neue Ernährungsformel

Vegane Diät für mehr Power

Veganer leiden bestimmt an Eiweißmangel, und es fehlt ihnen an so vielen Vitaminen. Muss man denn gleich vegan sein? Das ist doch alles so extrem. Es reicht doch, auf Fleisch zu verzichten. Und außerdem: Verzichten, wer will sich denn schon freiwillig kasteien!“ Kennen Sie diese Vorwürfe und Vorurteile? Wer bereits auf den veganen Zug aufgesprungen ist, der bereits mit Hochgeschwindigkeit durch unser Land rauscht, weiß: Es ist nicht immer leicht, vegan zu sein. Oft müssen fleischlos lebende Menschen sich für ihr Essverhalten rechtfertigen. Bei Familienfeiern, im Job, bei der Nachbarin oder der besten Freundin.

Warum vegan? 1/4
Irene und Charly Schillinger: ""Die Tierliebe hat uns zu Veganern gemacht" „Ich bin schon im Alter von 12 Jahren Vegetarierin geworden. Es ist eine Lebenseinstellung, die geht weit über das Essen hinaus. Es ist eine Frage des gerechten und fairen Umgangs miteinander“, erzählt Irene Schillinger. Das Ehepaar Schillinger lebt seit 15 Jahren vegan. Charly Schillinger erbte in den 80er-Jahren ein Gasthaus in Großmugl und erschuf aus der herkömmlichen Gaststätte ein Mekka für Veganer.  Auch in Wien gibt’s ab sofort Schillingers Köstlichkeiten: Die „Swing-Kitchen“ trumpft hier mit veganen Burgern  auf. „Wir wollen heuer noch zwei weitere Läden eröffnen, und eine weitere Expansion ist geplant.“Irene und Charly Schillinger: Vegan essen beim „Schillinger“ in Großmugl (NÖ) und in der „Swing-Kitchen“ in der Schottenfeldgasse in Wien 7.
Dr. Ursula Czink: "Keine Angst vor Eiweiß- oder Vitaminmangel" Dr. Ursula Czink wollte es genau wissen. Sie hinterfragte  während ihrer Ausbildungsjahre zur Ärztin  den Zusammenhang zwischen Darmkrebs und Fleischgenuss sowie auch Panikattacken und  dem Verzehr tierischer Produkte (Stresshormon) bei ihren Klienten.  „‚Peacefood‘ hat mich überzeugt. Ich wollte mir keine Verbote auferlegen, ich war überrascht, dass mir  der ‚Verzicht‘ sehr leicht fiel. Ich war plötzlich nach dem Essen nicht mehr müde, und  mein ­Lebensgefühl hatte sich als Ganzes verbessert. Auch mein Geist erschien mir wacher, meine körperliche Leistungsfähigkeit steigerte sich rasch und merklich.“ Wer Angst davor hat,  zu wenig Vitamine oder Eiweiß zu sich zu nehmen: „Es gibt Produkte von ,Take Me‘, die den Prozess  unterstützen.  Vitamin B 12 sollte man zuführen. Die empfehle ich jedem.“Dr. Ursula Czink,  Allgemeinmedizinerin und Fachärztin für Psychotherapie, empfiehlt ihren Klienten „Take Me“.
Andreas Bilgeri: "Vegan-sein bringt viel mehr Genuss & Freude" Ich bin seit genau drei Jahren vegan“, erzählt Küchenchef Andreas Bilgeri aus dem Restaurant Gambrinus in Gänserndorf (NÖ).  „Vor allem mein Geschmacksempfinden hat sich verändert. Ich liebe Himbeeren, die schmecken so herrlich intensiv, seitdem ich auf Fleisch, Eier und Milch verzichte.“ Eine TV-Doku über Fischfang löste bei ihm den zündenden Vegan-Funken aus: „Ich begann sofort auch  die Küche im Gambrinus umzustellen, welche bereits nach kurzer Zeit großen Anklang fand“, freut sich Andreas Bilgeri. Seitdem ist er überzeugt, es kommt ihm kein Fleisch mehr auf den eigenen Teller, obwohl er noch Tierisches zubereitet: „Ja, wir bieten auch Hausmannskost an.“ Tipp: Wer in Gänserndorf vorbeikommt, sollte die veganen Spareribs probieren.Andreas Bilgeri (51), Küchenchef im Restaurant „Gambrinus“ in Gänserndorf (NÖ). www.geiers-gambrinus.at
Thomas Bezenek: "Mein Geist ist dadurch wacher und viel freier" „Tierschutz, der gesundheitliche Aspekt und das Problem der Ressourcenverschwendung durch nicht vegane Ernährung waren mir schon wichtig“, erzählt Thomas Bezenek, Inhaber des Vegan-Shops „Naturella“ in Strasshof. „Ausschlaggebend aber war die Frage: Was passiert mit meinem Bewusstsein, wenn ich aufhöre, tierische Produkte zu essen?“ Also strich er vor 12 Jahren Tierisches vom Speiseplan : „Es war ein Abenteuer. Und wie erwartet wurde mein Geist wacher und frei. Eigentlich esse ich dasselbe wie früher, mein ‚Vleisch‘ ist lediglich aus Pflanzen und nicht aus Tieren hergestellt. Als ehemaliger „Fleischtiger“ wäre ich mit Gemüse und Salat , wenn auch noch so raffiniert zubereitet , nicht glücklich geworden.“Thomas Bezenek, Inhaber des ersten Vegangeschäfts „Naturella“ in Strasshof (NÖ), verzichtet zwar auf Fleisch, jedoch nicht auf „Vleisch“: www.naturella.at


Vegan ist nicht gleich gesund
Vegan ist eine Lebensphilosophie und keine Diät. So wie Yoga nicht einfach nur Gymnastik ist. Dr. Ruediger Dahlke, seines Zeichens Vegan-Pionier, Fastenarzt, Psychotherapeut und Autor, legt nach seinem Bestseller Peacefood, welcher schon für enormes Aufsehen sorgte, ein Schäufelchen nach. Denn er behauptet in seinem neuen Buch Das Geheimnis der Lebensenergie in unserer Nahrung (erschienen im Arkana-Verlag), dass es nicht genügt, einfach nur auf Fleisch zu verzichten. Wer wirklich gesund leben will, sollte mehrere Aspekte bedenken.

Lebensfrische in der Nahrung

Das neue Buch ist eine spannende Reise durch den Ernährungs-Dschungel, und Dahlke verknüpft hier die losen Fäden sämtlicher Studien (z. B. China-Study) und Forschungsergebnisse und verwebt diese zu einem schlüssigen gesund-veganen Gesamtkonzept.
Denn die vegane Ernährungsweise bedeutet nicht immer gleich gesund. Oft greifen fleischlos lebende Menschen vermehrt zu Brot, Pommes von Fast-Food-Ketten oder abgepackten Sojaprodukten. Dahlkes wohl wichtigste Erkenntnis ist, dass es vor allem auf die Lebensfrische in der Nahrung ankommt. Und diese hängt in besonderem Maße davon ab, wie viel Sonnenlicht in ihr gespeichert ist – sensible Esser spüren das.  Ebenso ist die positive Energie auf Zellebene der Pflanzen wissenschaftlich nachweisbar.
Je länger Obst und Gemüse also in der Erde wachsen und reifen durfte, umso gesünder und energievoller sind die Nahrungsmittel. Obst und Gemüse aus Übersee, welches noch nicht fertig gereift geerntet wurde und erst im Flugzeug nachreifen soll, ist also – nach Dahlkes Sichtweise – nicht so Energie spendend wie die selbst gepflückten Himbeeren aus dem eigenen Garten. Klingt doch logisch? Ist es auch.
 
Gluten verkleben unser Gehirn
Weitere wichtige Faktoren für eine optimale, rein pflanzliche Lebensweise liegen, laut Dahlke, in der Lebenswärme (TCM), in der Frische der Nahrungsmittel und dem Lebensrhythmus. Auch das genetische Alter der Pflanzen spielt eine entscheidende Rolle.
Je stärker die Pflanze gezüchtet, manipuliert und in ihrem Erbgut verändert wurde, desto schlechter ist sie für uns. Beispiele hierfür sind der übermäßige Fruchtzuckergehalt von Hybridobst oder das schwer verträgliche Gluten von Getreide. „Wir haben einfach aus allem mehr gemacht. Und es bekommt uns nicht“, so der Autor.
Daher sollte man auch auf Weizen verzichten. Besonders interessant: Dahlkes Erkenntnis aus seiner Wahlheimat Bali, wo er seine Winter verbringt: „Weizen regt den Appetit durch seine morphin-ähnliche Wirkung und das Auf und Ab des Insulinspiegels an, weshalb Verzicht das Gewicht senkt. Weizenverzicht führt angeblich bei 30 Prozent der Menschen zu Entzugserscheinungen, da seine Verdauung morphin-ähnliche Suchtstoffe (Polypeptide) freisetzt.“ Also Finger weg vom überzüchteten Weizen.

So geht Dahlkes Ernährungs-Prinzip
Statt Weizen, Roggen und leider auch Dinkel sollen wir lieber zu Getreiden ohne Gluten greifen. Diese sind: Hafer, Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa, Vollkornreis und Mais. Ganz nach dem Motto „Je frischer, desto besser“ regt Dahlke in seinem Buch an, sich selbst Keimlinge und Sprossen anzusetzen. Diese enthalten wertvolle Vitamine. Gekeimte Sojasprossen und Leinsamen haben die höchste Nährstoffdichte je Kalorie. Weiterer Tipp: Superfoods. Hier empfiehlt der Profi dem Essen Chia-Samen beizumengen. Denn der „Supersamen“ ist eine top Omega-3-Quelle und enthält die wichtigsten Mineralstoffe, wie Kalzium. Daher, so Dahlke, ist der Konsum von Superfoods besser für unsere Gesundheit als z. B. der Konsum von Milch. Denn durch die in der Milch enthaltenen Hormone kann der Organismus Kalzium & Co. nicht optimal verstoffwechseln. Unser  Körper wird sogar geschwächt. „Chia-Samen z. B. enthalten sechsmal soviel Kalzium wie Milch. Mandeln, dunkelgrüne Gemüsesorten, wie Kohl und Brokkoli, ebenso. Wer es dem Pionier nachmachen möchte und gänzlich auf Fleisch, Milch und Eier verzichtet, sollte das Vitamin B 12 in Form von Nahrungsergänzungen (www.naturella.at) zuführen. Ansonsten ist man mit frischer Nahrung gut ernährt.

Neues Buch: „Das Geheimnis der Lebensenergie in unserer Nahrung“, erschienen im Arkana-Verlag um 20,60 Euro.

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