Die besten Tipps gegen Sodbrennen

Die After-Party-Diät

Die besten Tipps gegen Sodbrennen

Gerade in der Faschingszeit, wo ein Ball dem nächsten folgt und die Versuchung in Form von Faschingskrapfen an jeder Ecke lauert, werfen wir unsere guten Ernährungsvorsätze schnell über Bord. Auch dem Alkohol gegenüber sind wir da meist nicht abgelehnt. Oft – genau genommen bei einem Viertel der Bevölkerung – endet dieser Genuss schmerzhaft: nachts plagen einen brennende Schmerzen entlang der Speiseröhre. „Klarer Fall von Sodbrennen“, denken Sie, ehe ein Säureneutralisator den „Brand“ im Brustbereich löscht. „Was meist als harmlos abgetan wird, birgt eine große Gefahr“, weiß Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler, FA für Chirurgie. „Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss – in der Medizin als Reflux bezeichnet – von Magensäure in die Speiseröhre. 90 Prozent der hierzulande rund 600 Speiseröhrenkrebsneuerkrankungen pro Jahr sind darauf zurückzuführen.“

Sodbrennen richtig vorbeugen! 1/6
Was darf ich Essen? Hier finden Sie Nahrungsmittel, die Reflux und somit Sodbrennen vorbeugen bzw. die Beschwerden rasch verschwinden lassen.
Tierische Produkte • Rind, Schwein, Kalb, Lamm, Wild, Geselchtes, Roastbeef, Schinken Speck (keine abgepackten Wurstwaren – können Zucker enthalten)
• Huhn und Pute
• alle Arten von frischem oder geräuchtertem Fisch und nicht konservierten Meerestieren (Tiefkühlung ist erlaubt!)
• hart gekochte Eier
Gemüse als Beilage oder Salat Achtung: immer mit Schale verzehren – erlaubt sind alle Arten von Blattsalat, Kraut, Chicorée, Blattspinat, Löwenzahn, Rucola, grüner Paprika, Tomaten, Salatgurken, Radieschen, frische Kapern, Fenchel, gekochter Spargel
Früchte (mit Schale!) grüner Apfel, Apfelsorte Pink Lady, Lederapfel, saurer Apfel, Oliven
Getränke Mineralwasser (ohne Kohlensäure), Tee, Kaffee (Espresso oder Verlängerter ohne Milch und selbstverständlich ohne Zucker sowie ohne künstliche Süßstoffe)
Zubereitung & Würzung • kochen, grillen, braten (Pfanne oder Backrohr)
• Olivenöl aus Mittelmeerländern
• Salz, Pfeffer, jede Art von Gewürz (Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Thymian, Basilikum, Oregano, Dill, Pfefferoni ohne Zucker etc.), ­Kresse, Knoblauch
 Tipp: Alle erlaubten Lebensmittel ­müssen in frischem oder durch Tiefkühlung frisch gehaltenem Zustand verzehrt werden. Das heißt, keinerlei Konserven oder Fertiggerichte sind erlaubt.

Sodbrennen-Stopp: Die Ampel-Diät
Alkoholgenuss, gezuckerte Getränke oder süße Speisen führen häufig zu einem unangenehmen Brennen entlang der Speiseröhre? Damit sind Sie nicht alleine, denn rund ein Viertel der westlichen Bevölkerung leidet durchschnittlich einmal im Monat an Sodbrennen. Wie Sie dem – ganz ohne Medikamente – ein Ende setzen, verrät Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler in seinem neuen Buch. Sein Ernährungs-Erfolgs-Konzept: die Ampel-Diät.

✏ Rote Phase

Steht die Ampel aufgrund starker Beschwerden auf Rot, bedeutet das den völligen Verzicht auf konzentrierten Zucker. Eine Inspiration, was Sie essen dürfen, finden Sie oben in der Slideshow.

✏ Orange Phase

In dieser Phase treten Sodbrennen, Aufstoßen und Heiserkeit in gemildeter Form aber immer noch regelmäßig auf. Die Ernährungsgewohnheiten dürfen etwas gelockert werden. Erlaubt sind ein bis zwei Scheiben Brot, Hartkäse und gedünstetes Gemüse.

✏ Grüne Phase

Die Symptome treten nur mehr gelegentlich und deutlich leichter auf? Dann bedeutet das fast freie Fahrt: das Ernährungsspektrum wird um Beilagen wie Nudeln, Reis, Gnocchi und Kartoffeln, um klare Suppen sowie um grüne Smoothies erweitert.

Jede Phase dauert in etwa zwei bis drei Wochen – bleiben Sie dran!


Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler im Talk 1/5

Rund ein Viertel der Bevölkerung leidet ­regelmäßig an Sodbrennen. Was sind die Ursachen dafür?

Dr. Riegler: Die Ursache für das Sodbrennen ist Rückfluss von der Magensäure aus dem Magen in die Speiseröhre. Begünstigt wird dieser durch Süßes, Fettes, Saures, ­Nikotinkonsum und Alkohol. Mit dem Sodbrennen alleine ist es allerdings noch nicht getan. Der Reflux kann zu einer Entzündung der Speiseröhre führen, es kommt zu Gewebeveränderungen, die auch Krebsvorstufen enthalten können.

Warum plagt uns Sodbrennen meist abends oder nachts?

Dr. Riegler: Grund dafür ist die Physik. In der Nacht begünstigen wir durch das Liegen und die Schwerkraft den Rückfluss der ­Magensäure in die Speiseröhre.

Häufig lässt sich Reflux durch spezielle ­Ernährung in den Griff bekommen. Worauf basiert Ihr Ernährungskonzept?

Dr. Riegler: Die Ampeldiät besteht aus zwei Säulen. Einerseits nie hungern – heißt, beinahe stündlich säureneutralisierende Nahrungsmittel wie Salatgurken, grüne Äpfel, Oliven und Radieschen essen. Andererseits wird bei den Hauptmahlzeiten auf den konzentrierten bzw. raffinierten Zucker, der den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre hauptsächlich schwächt, verzichtet.

Hat die Reduktion von raffiniertem Zucker zusätzliche Auswirkungen auf den Körper?

Dr. Riegler: Prinzipiell fördert es Gesundheit sowie Wohlbefinden und sogar eine ­Gewichtsreduktion stellt sich ein, wenn man auf konzentrierten Zucker verzichtet und auf nicht konzentrierten Zucker, der noch nicht aus seiner natürlichen Hülle genommen wurde und somit nicht raffiniert ist (z. B. Obst und Gemüse mit Schale), zurückgreift. Was besonders wichtig ist: Keine Ernährungsumstellung ohne ärztliche Abklärung und schon gar keine Diät, ohne vorab die Speiseröhre untersucht zu haben.

Was kann ich akut gegen Sodbrennen tun?

Dr. Riegler: Das Erste ist, ein Glas Wasser trinken, dann eine Handbreit Salatgurke mit Schale essen und einen Säureneutralisator aus der Apotheke einnehmen. Auch wenn es akut und einmalig auftritt, bedarf es ärztlicher Abklärung, da ein stiller Reflux vorliegen kann, der nur selten zu Sodbrennen führt.

Ärztliche Abklärung ist wichtig

Genau aus diesem Grund rät der Experte jedem, der – wenn auch nur selten – mit Sodbrennen zu kämpfen hat, zu einer Untersuchung der Speiseröhre, um eine Refluxkrankheit auszuschließen. „Bei einem Drittel der Betroffenen führt der Reflux nur selten zu Sodbrennen. Befragt man zehn an Speiseröhrenkrebs Erkrankte, werden neun angeben, sich nicht daran erinnern zu können, je an Sodbrennen gelitten zu haben“, warnt Dr. Riegler vor der stummen Gefahr des Reflux.

1-Tages-Plan für den "After-Party-Tag" 1/3
Morgens Ein Glas Wasser und ein circa handbreites Stück Salatgurke mit Schale

Zutaten: ein Glas Wasser und eine Bio-Salatgurke
Zubereitung: Trinken Sie morgens nach dem Aufstehen ein Glas Wasser, wenn Sie merken, akut an Sodbrennen zu leiden. Zum Frühstück gibt es dann ein handbreites Stück Salatgurke (ungeschält) und ­einen Säureneutralisator aus der Apotheke. WICHTIG: Auch wenn das Sodbrennen einmalig akut auftritt, bedarf es adäquater Abklärung.
Mittags Gegrillte Pilze mit Schinken und grünem Apfel

Zutaten: 400 g gemischte Pilze (Steinpilze, rosa Champignons, Kräuterseitlinge), Salz, weißer Pfeffer aus der Mühle, 2 EL Olivenöl, 150 g gekochter Schinken (ohne ­Zuckerzusatz), 1 grüner Apfel, 50 g Oliven
Zubereitung: Pilze waschen und in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Pilze darin nach und nach goldgelb anbraten und würzen. Apfel schälen, vierteln und entkernen und in dünne Scheiben schneiden oder grob raspeln. Oliven vierteln und mit dem Apfel mischen. Pilze auf die Teller geben und den dünn geschnittenen Schinken gemeinsam mit der Apfel-Oliven-Mischung darauf anrichten.
Abends Filet vom Tauernrind im Kräutermantel auf buntem Salat

Zutaten: 300 g Filet vom Tauernrind (oder auch gut abgelegene Huft), verschiedene Kräuter wie Pimpinelle, Petersilie, Kerbel, Schnittlauch, Zitronenthymian,
Salz, Sechuanpfeffer, Olivenöl (zum Bepinseln)
600 g gemischte Blattsalate – z. B. Eichblatt, Vogerlsalat (Feldsalat), Rucola, Frisée, Löwenzahn, 3 Tomaten (in Scheiben geschnitten), ½ grüner Paprika (in Streifen geschnitten), 100 g Fenchel (in dünne Scheiben geschnitten), 1 Zweig Liebstöckel, Salz, Pfeffer, 3–4 EL Olivenöl
Zubereitung: Filets portionieren, salzen, pfeffern und mit Olivenöl bepinseln. Beidseitig am Grill oder in einer heißen Pfanne scharf anbraten (ca. 2 Minuten auf jeder Seite). Kräuter waschen und fein hacken. Die Filets darin wälzen und das Fleisch nun in Klarsichtfolie wickeln. Im vorgeheizten Backofen bei 160 °C 10 Minuten garen lassen. In der Zwischenzeit den Salat waschen und eventuell klein zupfen. Liebstöckel klein schneiden und mit Salz, Pfeffer und dem Olivenöl verrühren. Tomaten, Paprika, Fenchel und Blattsalate mit der Marinade gut vermischen und auf tiefen Tellern anrichten. Fleisch aus der Folie nehmen, in 1 cm dicke Streifen schneiden und auf dem Salat anrichten.

Ernährung als Therapie

Bei 95 Prozent der Refluxpatienten ist ­eine Umstellung der Ernährung ausreichend, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Konzentrierter bzw. raffinierter Zucker schwächt den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre und begünstigt so die Entstehung von Sodbrennen.“ Dr. Riegler hat ein Ernährungskonzept konzipiert, das er bei seinen Patienten erfolgreich anwendet: Erlaubt ist anfangs ausschließlich nicht raffinierter Zucker – mit dem individuellen Therapiefortschritt werden die Essgewohnheiten zunehmend gelockert (siehe Kasten „Die Ampel-Diät“). Übrigens, durch den Verzicht auf raffinierten Zucker purzelt auch das eine oder andere Kilo. Aber Achtung: Bevor die Ernährung umgestellt wird, muss unbedingt mit einem Arzt Rücksprache gehalten werden!

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