Der Schwindel mit dem Superfood

Ernährungslügen

Der Schwindel mit dem Superfood

In den vergangenen Wochen sorgte die Kokosöl-Debatte für Aufregung im Netz. Das Öl genieße zu Unrecht einen gesunden Ruf hieß es seitens der Wissenschaft.  Aber es gibt viele weitere "Superfoods", denen von der Werbung besonders positive Eigenschaften zugeschrieben werden. Doch der Hype sorgt vielmehr für leere Geldbörsen als volle Vitamin-Batterien.

Heimisches Obst & Gemüse ist genauso gut!

Meistens handelt es sich bei den sogenannten "Superfoods" um exotische Früchte, Beeren und Samen, welche rund um den Globus reisen und dann überteuert in den Regalen von Reformhäusern und Supermärkten landen. Frisch zeichnen sich Gojibeeren, Acai und Co. tatsächlich als vorzügliche Lieferanten von Vitaminen und Spurenelementen aus, doch durch die Verarbeitung und die langen Transportwege geht viel davon verloren. Heimische unverarbeitete Lebensmittel wie Obst und Gemüse stehen diesen speziellen Nahrungsmitteln um nichts nach und versorgen uns im selben Maße mit Vitaminen und Spurenelementen. Statt Chiasamen lieber zu Leinsamen greifen, Weizengras oder Spirulina kann man getrost mit frischem Spinat ersetzten. Das schont die Umwelt und das Portemonnaie.

Diashow Die Superfoods im Check

Chia versus Leinsamen

Chiasamen liefern Ballaststoffe und Kalzium. Allerdings können sie nicht mit Leinsamen mithalten. Diese liefern bei gleicher Menge mehr Eisen und Proteine und fast die Hälfte an Kalzium. Noch dazu sind sie wesentlich günstiger zu erwerben. Außerdem sind sie sehr reich an Omega-3-Fettsäuren. Greifen Sie daher lieber zum heimischen Produkt.

Grünkohl (Kale) versus Brokkoli

Grünkohl, der vor allem in Amerika beliebt ist, enthält besonders viel Vitamin A. Wenn Sie einen günstigen und regionalen Ersatz suchen, dann greifen Sie doch zu Brokkoli! Er enthält zwar weniger Vitamin A, aber dafür weniger Kalorien und genauso viel Proteine und Ballaststoffe.

Quinoa versus brauner Reis

Quinoa gilt neben den Chiasamen als das beliebteste Superfood schlechthin. Wenn Sie eine günstige Alternative suchen, dann greifen Sie doch zu braunem Reis. Dieser enthält zwar nicht ganz so viel Eisen, aber auch reichlich Proteine und Ballaststoffe.

Spirulina versus Spinat

Spirulina wird sogar in Form von Kapseln und Pulver angepriesen. Die blaugrüne Alge enthält viel Eisen und pflanzliches Protein. Spinat hingegen ist wesentlich günstiger. Er enthält zwar weniger Eisen, ist aber reich an Vitamin A, C und Kalzium. Allerdings muss ein vielfaches davon gegessen werden, um von diesen Nährstoffen zu profitieren.

Agavendicksaft versus Honig

Agavendicksaft gilt als gesundes Süßungsmittel. Importiert wird er aus Mexiko und ist dabei noch um einiges süßer als normaler Haushaltszucker. Wie gesund er wirklich ist, ist aber noch unklar. Vor allem Umweltkritiker kritisieren seine ressourcenaufwändige Herstellung.

Kimchi versus Sauerkraut

Kimchi stammt aus Korea. Dabei handelt es sich um milchsauer vergorenen Chinakohl. Dieser gilt als äußerst gesund. Kimchi enthält zwar besonders viel Vitamin A, aber auch die günstige Alternative Sauerkraut ist sehr gesund. Dieses ist reich an Vitamin C und im Gegensatz zu Kimchi überall erhältlich.

Kokoswasser versus Bananen & Wasser

Kokoswasser ist stark überbewertet. Anstatt das abgepackte Getränk teuer zu kaufen, können Sie ganz einfach ein Glas Wasser trinken und eine Banane essen. Das ist genauso nahrhaft.

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Heimisches Superfood 1/5
ARTISCHOCKEN wirken besonders positiv auf Magen, Leber und Galle und sind sehr gut bekömmlich.

Artischocken werden vorwiegend gekocht gegessen, am besten kocht man sie mit ein wenig Essig und Zitronensaft für 40 Minuten in Salzwasser. Die Blätter werden zum Essen einzeln abgezupft und meist in eine Sauce getunkt. Artischocken werden im Mittelmeerraum angebaut und können meist das ganze Jahr im Supermarkt gekauft werden. Im Kühlschrank halten sich Artischocken einige Tage. Beim Einkauf sollten Sie darauf achten, dass die Knospen geschlossen sind und dass keine braunen Verfärbungen zu sehen sind. Nährwert pro 100g: 22 kcal/ 92 KJ 
KOHLSPROSSEN  Kohlsprossen sind reich an Vitamin C und enthalten vergleichsweise viel Eiweiß.

Die Mini-Kohlköpfe sind von September bis März im Handel, man kann aber auch auf Tiefkühlware zurückgreifen. Frisch halten sie nur ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Kohlspossen, auch Rosenkohl, Sprossenkohl oder Brüsseler Kohl genannt, werden in der kalten Jahreszeit geerntet und sind das Wintergemüse schlechthin. Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass die Köpfe unbeschädigt und fest sind. Sie sollten keine braunen oder welken Stellen aufweisen. Kohlsprossen sind nicht als Rohkost geeignet, gedünstet oder gekocht kann man sie in Suppen oder Aufläufen verwenden. Nährwert pro 100g: 36 kcal/ 149 KJ 
MANGOLD  Reich an Vitaminen (A und C) und Mineralstoffen. Hoher Gehalt an Kalium, Eisen und Kalzium.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Sorten von Mangold. Stil- oder Rippenmangold und Schnitt- oder Blattmangold. Stil- oder Rippenmangold hat 30 bis 45 cm lange Blätter mit gekrausten Blatträndern, Blattmangold hingegen hat relativ kleine breite Blätter. Mangold gehört zu den Gemüsesorten mit relativ hohem Nitratgehalt, vor allem im Glashaus gewachsener Mangold weist einen besonders hohen Nitratgehalt auf. Mangold enthält aber auch wichtige Mineralstoffe, Vitamin C und er hat außerdem einen sehr niedrigen Kaloriengehalt. Wichtig ist, dass man Mangold nicht lange warmstellt oder aufwärmt, die Gefahr der Nitritbildung erhöht sich hier besonders. Mangold ist im Kühlschrank etwa zwei Tage haltbar, beim Einkauf sollte darauf geachtet werden, dass die Stiele und Blätter keine braunen Stellen haben. Nährwert pro 100g: 23 kcal/ 97 KJ 
HEIDELBEEREN  Sie sind wahre Wunderbeeren: der hohe Anteil an Anthocyane  hilft bei der Abwehr von freien Radikalen, was die Heidelbeere zu einer Anti-Aging-Waffe macht. Laut aktuellen Studien können die in Heidelbeeren enthaltenen Biostoffe sogar Krebs vorbeugen.  Plus: Die Heidelbeere strotzt nur so vor Vitamin C und E!

Im Juni, Juli und August haben die Heidelbeeren Hochsaison. Sie eigenen sich zum Einfrieren und halten bis 10 Tage im Kühlschrank. Ihren Ursprung haben die blauen Beeren in Nordamerika. Heidelbeeren sind nicht nur ein Naturheilmittel sondern sie gelten auch als Anti-Aging-Nahrungsmittel. Heidelbeeren sind oft schon ab März erhältlich, frische Beeren aus Österreich bekommt man meist nur im Sommer. Beim Einkauf sollte man darauf achten, das die Beeren eine glatte Oberfläche haben und einen silbernen Überzug. Heidelbeeren sollte man nur kurz waschen und abtropfen lassen. Nährwert pro 100g: 40 kcal/ 167 KJ 
RUCOLA Rucola enthält im Vergleich zu anderen Salatsorten viel Eisen und Magnesium.

Rucola ist das ganze Jahr (meist schon gewaschen) erhältlich, im Kühlschrank hält der gesunde Salat etwa zwei Tage. Die Bitterstoffe im Rucola wirken positiv auf das Verdauungssystem.  Rucola kann aber nicht nur als Salat gegessen werden sondern eignet sich auch hervorragend für Saucen oder zu Pasta. Rucola wird meist im Bund oder auch in Frischhaltesäcken angeboten, hier sollte man darauf achten, dass die Blätter nicht welk aussehen. Nährwert pro 100g: 24 kcal/ 101 KJ

Probiotika Vergleich

Wer über Magen-Probleme oder ein geschwächtes Immunsystem klagt, kann mit dem Nahrungszusatz Probiotika eventuell die Symptome lindern. Auch Vitamin-B12-Zusätze haben den Ruf, der Gesundheit gut zu tun. Die Vergleichsredaktion von oe24 hat verschiedene Marken und Hersteller getestet und miteinander verglichen. 

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