07. Februar 2020 11:58
Schlank mit Sirtfood
Adeles Diät im Check
Endlich schlanker? Die trendy Sirtfood-Diät soll es ­möglich machen. Bestimmte Enzyme, die sogenannten Sirtuine, stehen in dem günstigen Verdacht, Gewichtsverlust zu begünstigen. 
Adeles Diät im Check
© Getty Images
Der Wunsch nach weniger Kilos auf der Waage begleitet viele Menschen ein Leben lang. Ob aus gesundheitlichen oder ästhetischen Gründen – viele Frauen und Männer versuchen sich an immer neuen Diäten und Methoden der Gewichtsreduktion. Was vielen der zahlreich kursierenden Trend-Diäten und Ernährungskonzepte fehlt, ist ihre Langlebigkeit. 
 
Alltagstauglichkeit. Viele Diäten funktionieren. Wer sich strikt an die Ernährungspläne hält und den eigenen Kalorienverbrauch sowie die -zufuhr nicht aus den Augen lässt, kann oftmals sehr effizient abnehmen. Die Probleme schleichen sich häufig nach dem Ersterfolg ein: Wie kann ich die Ernährungsweise möglichst praktisch in meinen Alltag integrieren? Wie halte ich mein neues Gewicht? Und wie lange muss ich auf Genuss verzichten? Häufig erfordern bestimmte Ernährungsweisen auch sehr genaue Vorbereitung und machen einen gelegentlichen Restaurantbesuch zum Spießrutenlauf. Immer lauter wird demnach der Ruf nach einer besseren Vereinbarkeit des Gewichtsmanagements mit dem Leben.
 
Sirtuine als Schlüssel. Eine solche Ausgangslage versprechen die „Väter“ der sogenannten Sirtfood-Diät. Die britischen Ernährungsmediziner sind sich sicher: „Nehmen wir genügend Sirtuine respektive Resveratrol (Anm.: gehört zu den Polyphenolen/sekundären Pflanzenstoffen; aktiviert körpereigene Sirtuin-Enzyme), durch die Nahrung auf, dann unterstützen wir den Fettstoffwechsel und setzen den Zellstoffwechsel auf Sparflamme, was den Alterungsprozess hinauszögert“, so die Entwickler Aidan Goggins und Glen Matten. Sirtuine – daraus abgeleitet die Kurzform „Sirt“ – gehören zur Gruppe der Enzyme (Eiweißmoleküle). Enzyme sind an jeder Stoffwechselreaktion im menschlichen Körper beteiligt. Ohne Enzyme können weder Vitamine noch Mineralstoffe oder Hormone ihre Aufgaben erfüllen. Sirtuine sind vor allem am Aufbau der Muskulatur, an der Stärkung des Immunsystems und an der Fettverbrennung beteiligt, zudem schützen sie die Zellen vor Stress, indem sie die Produktion von freien Radikalen verhindern. Wer Lebensmittel mit entsprechendem Enzymgehalt zu sich nimmt, tut also etwas für die Figur – und für die Jugend. 
 
Genuss erlaubt. Viele Sympathiepunkte gewinnt die Ernährung nicht nur durch prominente Vertreterinnen wie Sängerin Adele oder Schauspielerin Rachel Weisz. Auch die Tatsache, dass „Sirtfoods“ wie Rotwein, (schwarzer) Kaffee und dunkle Schokolade auf der Liste der erlaubten Foods stehen, lässt viele Diätgeplagte aufatmen: Genuss ist also trotz konsequenter Ernährung möglich – allerdings, so viel sei gesagt, nur in sehr kleinen Mengen. Denn wenn wir davon sprechen, dass Schokolade erlaubt ist, dann sind damit ein bis zwei Stückchen Schokolade (Kakao-Anteil von mindestens 85 Prozent) täglich und maximal drei Viertel Rotwein pro Woche gemeint. Maßvoller Genuss ist also entscheidend, denn auch die Sirtfood-Diät ist keine Wunderkur, die die Pfunde ohne jegliche Disziplinaufbringung schmelzen lässt. Wie jede andere Ernährungsumstellung funktioniert sie vor allem durch die bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Mahlzeiten, mit dem Fokus auf gesunden Lebensmitteln und natürlich auch aufgrund der Kalorienrestriktion.
 
Phasen-Diät. Die Erfinder der Sirtfood-Diät empfehlen einen Phasen-Fahrplan: Um die möglichst besten Ergebnisse zu erzielen, steht zu Beginn eine strenge Phase, die insgesamt sieben Tage lang dauert. In den ersten drei bis vier Tagen dürfen laut Erfindern nur 1.000 Kalorien täglich gegessen werden. Dieser Start soll den Gewichtsverlust beflügeln und den Körper in den richtigen Stoffwechselmodus bringen. Ab dem vierten oder fünften Tag darf die Kalorienmenge auf 1.500 hochgeschraubt werden. Phase zwei richtet ihren Fokus auf die Erhaltung: Drei Mahlzeiten mit Sirtfoods und dazu ein Green Juice pro Tag sollen jetzt sein. Die „offizielle“ Kalorienrestriktion fällt weg, bleibt jedoch logischerweise ein Erfolgsfaktor.
 
Einkaufsliste: Die Top-Sirtfoods
Zum Geniessen: 
• Rotwein, am besten Spätburgunder
• Zartbitterschokolade (Kakao-Anteil von mind. 85 Prozent)
• schwarzer Kaffee
• grüner Tee (Matcha)
 
Gemüse, Obst, Gewürze: 
• Sellerie
• Rucola
• roter Chicorée
• Grünkohl
• rote Zwiebeln
• Erdbeeren
• Heidelbeeren
• rote Äpfel
• Chili
• Petersilie
• Maggikraut
• Kurkuma
• Knoblauch
 
Sonstige Basics:
• Olivenöl, extra vergine
• Kapern
• Tofu
• Buchweizen (z. B. Flocken und Nudeln) 
• Walnüsse

Hilfreiche Tipps für den Erfolg mit Sirtfoods

Kalorienreduktion & Phasen
Die Sirtfood-Diät sollte idealerweise in Phasen durchgeführt werden. In der ersten Phase (= 7 Tage) geht es darum, den Gewichtsverlust anzukurbeln. In den ersten drei bis vier Tagen, so die Entwickler, ist eine drastische Kalorienreduktion auf 1.000 pro Tag empfohlen, um den Stoffwechsel auf Umschwung zu polen. An den Tagen 4–7 darf die Kalorienmenge auf 1.500 erhöht werden. In Phase zwei, die zwei Wochen oder länger dauert, gilt keine bestimmte Kalorienbeschränkung – jedoch sollte nicht zu viel gegessen werden, um den Gewichtsverlust weiter zu ermöglichen. Drei Hauptmahlzeiten und ein Green Juice (s. re.) pro Tag sollen sein.
 
Nicht zu viel geniessen 
Keine unrealistischen Vorstellungen: Zwar ist ein kleines Stück Schokolade hier und dort gern gesehen, jedoch sollte immer der maßvolle Genuss im Vordergrund stehen. Auch bei Rotwein gilt es, nicht zu übertreiben: Maximal ein Viertel Rotwein täglich für Männer und ein Achtel für Frauen ist empfohlen. Alles darüber soll mehr schaden als nützlich sein.

Bewegung & Flüssigkeit
Bewegung muss sein! Auch im Sirtfood-Programm ist regelmäßiger Sport ein wichtiger Erfolgsfaktor. Versuchen Sie, mindestens dreimal pro Woche für mindestens 30 Minuten Sport zu treiben. 
 
Ausreichend Flüssigkeit ist essenziell für Wohlbefinden und Gewichtsmanagement. Ernährungsexperten empfehlen, pro Kilogramm Körpergewicht 30 bis 35 Milliliter Wasser täglich zu trinken. Bei einem Gewicht von 80 kg sind das ca. 2,5 Liter pro Tag.
 
Sirtfoods integrieren 
Versuchen Sie, verschiedene Sirtfoods möglichst mit jeder Mahlzeit zu sich zu nehmen, um vom bestmöglichen Effekt zu profitieren. Essen Sie am besten nicht nur Sirtfoods (zu viel kann auch unvorteilhaft sein), sondern integrieren Sie sie in einer bereits ausgewogenen Mahlzeit mit viel ­Gemüse und Protein. Top Sirtfoods sind etwa: Grünkohl, Erdbeeren, rote Zwiebel, Buchweizen (z. B. Soba-Nudeln), Walnüsse, Petersilie, Rucola, Heidelbeeren, Olivenöl extra vergine und Kapern. 
 
Rezept: Green Juice
Zutaten für 1 Portion: 75 g Grünkohl, 30 g Rucola, 5 g Petersilie, 2 Stangen Sellerie, 1/2 grüner Apfel, 1 cm Ingwer, Saft 1/2 Zitrone, 1/2 TL Matcha-Tee. 
Zubereitung: 1. Alle Zutaten außer Zitrone und Matcha vermischen und mit einem Entsafter zu Saft verarbeiten. 2. Zitrone pressen und in den Saft einrühren. 3. Matchapulver sorgfältig einrühren und Juice genießen.