So gefährlich ist ein Dutt für die Haare

Vorsicht!

So gefährlich ist ein Dutt für die Haare

Ballerinas machen uns diesen Frisur-Trend täglich vor: Die Haare werden streng aus dem Gesicht gebunden, der Haarknoten oben am Kopf befestigt. Damit kann nichts mehr verrutschen. Nachgemacht wird der Bun gerne eher in einer lockeren Variante. Diese ist auf jeden Fall zu bevorzugen, denn die ständige Belastung am Haaransatz kann später unschöne Folgen haben.

Ein fester Dutt oder strenger Zopf kann zu Haarausfall führen

Dutt © Getty Images
In schweren Fällen können dabei Geheimratsecken entstehen

Traktionsalopezie - selbst verursachter Haarausfall

Die Haare streng aus dem Gesicht zu binden mag zwar praktisch sein, kann aber auf Dauer eine zu starke Belastung für die Haarwurzeln werden. Der Fachbegriff dafür heißt Traktionsalopezie. Dabei wird auf die Haare ein starker Zug (Traktion) ausgeübt. Die Haarwurzeln verkümmern mit der Zeit und bilden ein immer feineres Haar aus. Die Haarproduktion wird nach einiger Zeit ganz eingestellt und die Haarlinie weicht nach oben zurück. Dieser mechanisch ausgelöste Haarverlust kann im Endstadion nicht rückgängig gemacht werden und später nur durch eine Haartransplantation behandelt werden. Der psychische Leidensdruck der betroffenen Frauen ist dabei extrem hoch. Den meisten ist nicht bewusst, dass die Frisurwahl zu einem dauerhaften Verlust der Haarwurzeln führen kann. Das permanente Tragen von strengen Frisuren - unabhängig ob Dutt, Pferdeschwanz oder Flechtfrisuren - kann zur Traktionsalopezie führen. Besonders Kinder mit Pferdeschwanz, die streng frisiert werden, weisen häufig einen Verlust des äußeren Haarkranzes auf. Auch berufsbedingt kann bei Ballerinas dieser Haarverlust entstehen. Diese Erfahrung musste auch die 22-jährige Engländerin Diva Hollands machen. Seitdem sie drei Jahre alt ist, hat sie professionell Ballett getanzt. Bereits in der Schule wurde sie wegen ihren Geheimratsecken gemobbt. Als letzten Ausweg wählte sie eine Haartransplantation, deren Ergebnis sie nun stolz auf Instagram präsentiert.

 

 

Flash no filtaaaa ✨✨✨

Ein von Diva Hollands (@divahollands) gepostetes Foto am


 

Symptome

Wenn erste Symptome bemerkbar werden, sollten die Frisurgewohnheiten hinterfragt werden. Diese äußern sich durch Austrocknung der Kopfhaut, Schuppenbildung und zum Teil durch den Verlust von Haarsträhnen beim Kämmen. Auch auf Haarfärbemittel, harte Bürsten und Produkte wie Glätteisen sollte in diesem Fall verzichtet werden, um die Haare nicht zusätzlich zu strapazieren. Haarverlängerungen und Haarteile üben ebenfalls einen großen Zug auf die Haare aus. Die Einnahme von Zink, Seelen und Eisen wird bei Haarausfall empfohlen. Um die genaue Ursache abzuklären, ist ein Besuch beim Hautarzt empfehlenswert.

Nicht immer ist die Frisur der Auslöser. Je nach Ursache des Haarausfalls können verschiedene Therapieansätze helfen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Haarausfall 1/3
1. Ernährung fürs Haar Welche Nährstoffe braucht das Haar?  Keratin, der Hauptbestandteil und Strukturgeber des Haares, besteht zu einem großen Anteil aus der schwefelhaltigen Aminosäure L-Cystein. Zink übernimmt eine zentrale Rolle bei der Zellteilung, das ist besonders wichtig: Denn Haarzellen weisen besonders hohe Teilungsraten auf. Fehlt es dem Haar an Zink, wird es häufig dünn, brüchig und farblos. Für Gesundheit und Wachstum des Haares sind alle Vitamine des B-Komplexes von großes Bedeutung. Niacin (Vitamin B3) verbessert beispielsweise die Durchblutung der Kopfhaut, Pantothensäure ist wichtig für die Erhaltung der Haarfarbe sowie der Haarstruktur und Biotin wirkt sich positiv auf die Haarqualität aus. Somit stärkt und kräftigt eine gesunde und ausgewogene Ernährung das Haar.

Haarausfall: viele Auslöser, eine gemeinsame Ursache
Ob hormonell bedingter, kreisrunder, diffuser oder Haarausfall bedingt durch Schwangerschaft, all diese Auslöser haben eine gemeinsame Wurzel, nämlich eine Überforderung unseres Organismus mit Säuren, die im Rahmen des Stoffwechsels entstehen.
Diese „Übersäuerung“ – nicht zu verwechseln mit der in der Medizin definierten „Acidose“ – führt zu einem Verkleben des Haarbodens, zu Durchblutungsstörungen und in der Folge zu einer Mangelernährung der Haarwurzeln. Stoffwechsel-Experten entwickelten nun eine Haar-Formel mit biologischen Antistress-Faktoren, die Köpersäuren neutralisieren und die Versorgung der Haarwurzeln wieder verbessern. Dies führt bereits nach wenigen Wochen zu einer Verbesserung der Haarstruktur, fördert die Elastizität und Dichte der Haare. Mittlerweile wird diese Haar-Kur namens HairCaps auch von vielen Apotheken rezeptfrei empfohlen.
 2. Möglichkeiten der Dermatologie Tipps von Dr. Sabine Schwarz,
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten.

Haarqualität:
  bedeutet, das Haar hat außen eine Cutin-Schicht. Diese Schicht schützt das Haar vor äußeren – thermischen und chemischen – Einflüssen. Faktoren, die das Haar austrocknen und die Cuticular angreifen. Daher: nach dem Föhnen, Glätten, Kolorieren immer sofort eine Ölpackung auftragen, um den Schutzmantel wieder zu schließen.

Haarausfall: Starke entzündliche Veränderungen (chronische oder durch eine Allergie bedingte Entzündungen, austrocknende Shampoos, Pilzbefall der Kopfhaut, genetische Erkrankungen wie Schuppenflechte, seltene Erkrankungen wie kreisrunder Haarausfall) können die Haarfollikel reizen und zu Haarausfall führen.

Therapie -
bei genetischem Haarausfall:
- Minoxidil zur lokalen Anwendung – Haarausfall wird bei 70 bis 80 Prozent gestoppt, bei 30 Prozent stellt sich ein Haarneuwuchs ein. Nach dem Absetzen schreitet der Haarausfall jedoch fort.
- Cyproteronacetat-Lösung: Das Testosteron an der Haarwurzel wird durch lokale Anwendung gesenkt, Haarausfall wird bis zum Absetzen gestoppt. Nur für Männer!
- Pille gegen Haarausfall (Sina-sterid) zur oralen Anwendung. 20 Prozent klagen allerdings über Nebenwirkungen. Nur für Männer!

Was gibt es Neues?
- Blutplasma: Wird lokal gespritzt. Enthaltene Wachstumsfaktoren kombiniert mit einem Vitaminpräparat kurbeln das Haarwachstum an. 300 Euro/Behandlung – eine Behandlung pro Jahr empfohlen.
3. Hormonbehandlung Tipps von Univ. Prof. DDr. Johannes Huber,
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe

 Haarausfall kann viele ursachen haben: Ein Segment und häufiger Grund von Haarverlust sind Hormone. Dabei sind es vor allem vier Gruppen, die Haarprobleme auslösen können: Ein Überschuss an männlichen Hormonen (Androgene), Schilddrüsenprobleme und ein damit verbundenes hormonelles Ungleichgewicht, ein Defizit an Vitamin D und Störungen der Geschlechtshormone bei der Frau. Tritt der Haarausfall in Zeiten hormoneller Umstellungen – während der Pubertät, nach einer Schwangerschaft, einer Entbindung oder in der Menopause – auf, deutet dies meist auf ein Hormonproblem als Ursache des Haarausfalls hin.

Prävention: Wichtig zur Vorbeugung ist die Beachtung des Eisenspiegels, vor allem bei Frauen mit starken Menstruationsblutungen und ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel.

Hormontherapie: Die hormonelle Behandlung folgt einem einfachen Prinzip: Zunächst wird der Hormonstatus erhoben und so nach Ursachen gesucht, die mit dem Haarverlust zusammenhängen könnten. Sind bestimmte Hormonwerte zu hoch, werden sie reduziert, sind sie zu niedrig, werden sie ergänzt.

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