Allgemeine Informationen und Therapiemöglichkeiten

Allgemeine Informationen und Therapiemöglichkeiten

1. Ich habe eine Anämie und vertrage Eisenpräparate schlecht. Bin seit 1.10 im Krankenstand mit totalem körperlichem Zusammenbruch. Wie kann ich die Anämie beheben?

Bei einer schweren Anämie aufgrund eines höchstgradigen Eisenmangels hilft eine Eisensubstitution mit einem intravenösen Eisenpräparat, um möglichst rasch eine Besserung Ihrer Symptome zu erzielen.

2. Was tun bei ungewöhnlich starken Regelblutungen, depressiver Stimmung, eiskalten Händen und Füßen sowie blasser Gesichtsfarbe?

Es muss ein kompletter Eisenstatus inklusive Ferritin und Transferrinsättigung sowie ein Blutbild bestimmt und dann je nach Befund eine entsprechende Therapie begonnen werden. Hier liegt unbedingt der Verdacht auf einen Eisenmangel vor!

3. Ich leide unter starkem Haarausfall - liegt das an Eisenmangel?

Vermehrter Haarausfall ist ein Symptom eines Eisenmangels.

4. Wieso braucht mein Körper ausreichend Eisen?

Das Eisen wird für die Bildung der roten Blutkörperchen benötigt, die Sauerstoff zu den Zellen transportieren. Der Körper braucht Eisen für die Energiegewinnung in allen Zellen, Aufbau des Erbgutes (DNA),  die Immunabwehr,  die Gehirnleistung und –entwicklung und die Muskelarbeit.

5. Ist Eisenmangel bei Kindern möglich?

Natürlich kann es auch bei Kindern durch den vermehrten Bedarf im Wachstum zu einem Eisenmangel kommen. Antriebslosigkeit und Blässe sind mögliche Symptome.

6. Welche Nebenwirkungen treten bei Überkonsum div. Eisen-Ersatz-Tabletten auf?

Es gibt bei Eisentabletten viele Nebenwirkungen, die vor allem den Magen und den Darm betreffen: Übelkeit, Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall, Bauchschmerzen sind nur einige Bespiele. Da der Darm nur 10% der geschluckten Eisenmenge wirklich aufnehmen kann und 90% wieder ausgeschieden werden, ist ein Überkonsum eher unwahrscheinlich.

7. Helfen die Brausetabletten aus dem Drogeriemarkt, oder sind nur ärztlich verschriebene Präparate sinnvoll?

In den Produkten, die Sie im Drogeriemarkt erhalten, sind nur ganz geringe Mengen Eisen enthalten. Wenn Sie also an Eisenmangel leiden und diesen ordentlich behandeln wollen, sind nur die ärztlich verschriebenen Präparate sinnvoll.

8. Gibt es Lebensmittel, die besonders eisenhaltig sind?

Eisen ist in Fleisch und Innereien (besonders Blutwurst und Leber), Geflügel (Pute), Fisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten (Linsen, Sojabohnen, Kichererbsen), grünem Gemüse (z.B. Brokkoli, Spinat, Petersil), Vollkornmehl, Früchten und Nüssen, ungeschältem Getreide und Müsli enthalten. Schwarztee, Kaffee und Milch hemmen die Eisenresorption und sollten nicht gemeinsam mit eisenhaltigen Nahrungsmitteln zugeführt werden; Vitamin C, also z.B. ein Glas frischer Orangensaft, fördert die Eisenaufnahme im Darm. Eine ganz detaillierte Auflistung aller eisenhaltigen Nahrungsmittel finden Sie auf www.eisencheck.at.

9. Stimmt es, dass bei einem Eisenmangel das Auge unkontrolliert zuckt?

Eisenmangel in Zusammenhang mit Zuckungen des Augenlides ist mir nicht bekannt. Ursachen für Augenzucken sind z.B. Stress, Müdigkeit oder ein Magnesiummangel. Magnesium ist in Nüssen, Sonnenblumenkernen, Kakao, Bananen, Kiwis, Himbeeren, um nur einigen Beispiele zu nennen.

10. Ich habe mal gehört, wenn man Heißhunger auf Eiswürfel hat, deutet dies auf einen Eisenmangel hin! Kann das tatsächlich so sein?

Das Verlangen nach bestimmten Nahrungsmitteln oder auch Nicht-Nahrungsmittel kann durch Eisenmangel hervorgerufen werden. Heißhunger auf Eiswürfel, Tomaten, Sellerie oder Erdnüssen als Symptom ist zwar selten, aber typisch bei Eisenmangel.

11. Wie kann ich mir bei einem Eisenmangel durch Ernährungsumstellung mehr Eisen zuführen?

Eisen ist in Fleisch und Innereien (besonders Blutwurst und Leber), Geflügel (Pute), Fisch, Meeresfrüchten, Hülsenfrüchten (Linsen, Sojabohnen, Kichererbsen), grünem Gemüse (z.B. Brokkoli, Spinat, Petersil), Vollkornmehl, Früchten und Nüssen, ungeschältem Getreide und Müsli enthalten. Schwarztee, Kaffee und Milch hemmen die Eisenresorption und sollten nicht gemeinsam mit eisenhaltigen Nahrungsmitteln zugeführt werden; Vitamin C, also z.B. ein Glas frischer Orangensaft, fördert die Eisenaufnahme im Darm. Eine ganz detaillierte Auflistung aller eisenhaltigen Nahrungsmittel finden Sie auf www.eisencheck.at.

12. Sind generell mehr Frauen oder Männer von Eisenmangel betroffen – und warum?

Von Eisenmangel sind in der jüngeren  Bevölkerung mehr Frauen betroffen, vor allem im gebärfähigen Alter. Ursachen sind der monatliche Blutverlust, Schwangerschaften und Stillzeiten. Im höheren Erwachsenenalter ist ein Eisenmangel bei Frauen und Männern etwa gleich häufig. Die häufigsten Ursachen sind chronische Erkrankungen (Herz, Niere) und ein Blutverlust über den Magen-Darmtrakt.

13. Was passiert wenn ich zu viel Eisen zu mir nehme? Bekomme ich dann Durchfall?

Zuviel Eisen oral zuzuführen ist schwierig, da die Nebenwirkungen wie Übelkeit, Völlegefühl, Verstopfung oder Durchfall meistens limitierend sind. Durchfall ist eine typische Nebenwirkung von Eisentabletten.

14. Wenn man Anämien nicht behandelt – welche chronischen Folgen kann das mit sich bringen?

Schwindel, Kopfschmerzen, verminderte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit, Atemnot bei Belastung und bei fortgeschrittener Anämie auch in Ruhe, Herzklopfen und Ohrensausen, blasse Haut, Binde- und Schleimhäute, eine rote, glatte Zunge (sogenannte Lackzunge), brüchige Haare und Nägel, Entzündungen der Mundwinkel und der Schleimhäute können körperliche Erscheinungen einer Anämie sein. Die Eisenmangelanämie und ihre Symptome sind nach entsprechender Eisenzufuhr komplett reversibel und haben keine chronischen Folgen.

15. Kann ich trotz Eisenmangel gute sportliche Leistung erzielen?

Gute sportliche Leistungen und v.a. Leistungssteigerungen sowie Freude am Sport sind bei Eisenmangel oft unmöglich; daher ist bei sportlichen Menschen mit Eisenmangel stets eine entsprechende Substitution empfehlenswert.

16. Hat Eisenmangel einen negativen Einfluss auf einen Schwangerschaftsverlauf?

Die Folgen eines Eisenmangels sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit, körperliche und geistige Schwäche, Nervosität, Schlaf- und Appetitlosigkeit, zudem besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit. All das ist in der Schwangerschaft besonders problematisch.

Wenn es zu einer Blutarmut, einer Anämie kommt, kann die Plazenta möglicherweise nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Das wiederum beeinträchtigt die Sauerstoffversorgung und die Gehirnentwicklung des Babys. Eine Anämie erhöht außerdem das Risiko einer Fehl-oder Frühgeburt und kann durch den hohen Blutverlust bei der Geburt ein zusätzliches Risiko für die Mutter bergen.

17. Deutet chronische Müdigkeit auf einen Eisenmangel hin?

Ja, chronische Müdigkeit kann ein Symptom für einen Eisenmangel sein und sollte abgeklärt werden.