Schlechte Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Diagnose meist sehr spät

Schlechte Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bei vier Prozent aller bösartigen Krebserkrankungen in Österreich handelt es sich um Pankreaskarzinome. Die Prognosen sind nach wie vor vergleichsweise schlecht - rund 1.600 Neuerkrankungen standen 2014 ähnlich vielen Todesfällen gegenüber. Die seltene Krankheit sollte unbedingt in einem spezialisierten Zentrum behandelt werden, rieten Experten am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Prognose hat sich kaum verbessert

Im Gegensatz zu vielen anderen Krebsarten hat sich die Prognose in den vergangenen Jahren kaum verbessert. Vieles über die Entstehung bleibt unklar, genetische Disposition und Lebensstil dürften für die Entstehung aber mitverantwortlich sein. "Nur eine von fünf Diagnosen erfolgt in heilbarem Stadium", erläuterte der Onkologe Michael Gnant vom Wiener AKH. Bei weniger als einem Fünftel der Patienten kann eine chirurgische Resektion erfolgen, selbst dann liegt die Überlebensrate aber derzeit nach fünf Jahren bei weniger als zehn Prozent. Hauptgrund für die schlechten Prognosen ist das Fehlen sinnvoller Vorsorgeuntersuchungen und eindeutiger Frühwarn-Symptome. Aber auch das diffuse Wachstum und die frühe Ausbreitung erschweren eine rechtzeitige, erfolgreiche Therapie.

Therapie

Diese setzt multimodal und interdisziplinär vor allem auf Chirurgie, Chemo- oder Strahlentherapie, aber auch experimentelle Ansätze scheinen vielversprechend. Wichtig sei, dass man sich in die Hände erfahrener Experten begebe. "Bauchspeicheldrübsenkrebs-Operationen gehören in große Versorgungszentren", zeigte sich Gnant überzeugt. Mindestens ein Krankenhaus pro Bundesland verfügt über größtmögliche Expertise.

"Task Force Pankreas"

Die akademische Studiengruppe ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) hat 2010 die "Task Force Pankreas" ins Leben gerufen und führt seit 2013 klinische Studien zum Pankreaskarzinom durch. Im Rahmen des Medientermins stellten die Spezialisten gemeinsam mit Betroffenen den neuen Ratgeber "Diagnose Bauchspeicheldrüselnkrebs" vor, der auf rund 46 Seiten aktuelle Erkenntnisse und Daten rund um die Diagnose für Patienten und Angehörige zusammenfasst. Eine Selbsthilfegruppe gibt es erst seit dem Vorjahr.

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