Problemzone Intimbereich

Alles fit im Schritt?

Problemzone Intimbereich

Als wäre die monatliche Regelblutung nicht genug, leidet Frau – ganz nach dem Motto „Problemzone Intimbereich“ – immer wieder an Blasenentzündung, Pilzinfektion & Co. Der Grund dafür ist das sensible Scheidenmilieu – gerät es durch falsche Intimpflege, Medikamenteneinnahme oder hormonelle Schwankungen ins Ungleichgewicht, nimmt die Zahl an wichtigen Laktobazillen meist schnell ab und schlechte Bakterien gewinnen die Oberhand.

Häufige Symptome im Überblick: 1/5
Juckreiz Zu den wohl häufigsten Symptomen im Intimbereich zählt Juckreiz – dieser kann viele Ursachen haben. Tritt er kurzfristig auf, handelt es sich meist um ein harmloses Missempfinden. Bleibt der Juckreiz aber über längere Zeit bestehen und treten Begleitsymptome wie Ausfluss, Bläschen oder Krusten auf, gehört dieser unbedingt abgeklärt.
Rötung Rötungen nach dem Rasieren sind völlig normal. Kommt es aber zu Rötungen im Bereich des Scheideneingangs, die eventuell jucken oder brennen, sollte man diese abklären lassen.
Bläschenbildung Kommt es zur Bläschenbildung im Genitalbereich, ist das alles andere als normal. Diese Tatsache alleine, lässt viele zum Arzt gehen. Gut so – die Ursache gehört gefunden und behandelt.
Schmerzen Schmerzen können viele Ursachen haben – Scheidentrockenheit, große innere Schamlippen, eingewachsene Haare, entzundene Drüsen. In jedem Fall sind Schmerzen immer eine Angelegenheit für den Arzt.
Ausfluss Weißlich, durchsichtiger Ausfluss in der Zyklusmitte ist normal und ein Anzeichen für den Eisprung. Kommt es aber zu gelblich, bräunlichem und geruchsintensivem Ausfluss, dann ist der Arzt gefragt.
 

Gesunder Darm, gesunde Scheide

Auch im Darm befinden sich Laktobakterien. Sind die Darmbakterien im Ungleichgewicht, kann auch das der Grund sein, weshalb das Scheidenmilieu unausgeglichen ist. Oft hilft eine Darmkur wiederkehrende Probleme im Intimbereich in den Griff zu bekommen, in dem das Scheidenmilieu wieder sauer wird.

Das Scheidenmilieu weist im Normalfall einen pH-Wert von 4,5 auf und ist somit saurer als der Rest unserer Haut. Grund dafür ist die Besiedelung von (in erster Linie Milchsäure-) Bakterien. Und das ist gut so, denn diese natürliche, saure Scheidenflora übernimmt eine bedeutende Funktion in der Abwehr von Bakterien und Pilzen. Duschgels und Seifen können den pH-Wert negativ beeinflussen. Die häufigste Folge: Scheidenpilz.

Hygiene-Tipps für den Intimbereich 1/5
Die richtige Pflege: Vermeiden Sie bei der Pflege Ihres Intimbereichs die Verwendung von Seifen und Duschgels – diese können den pH-Wert der Scheide und so das natürliche Schutzschild dieser stören. Die Folge: Erreger haben leichtes Spiel. Verwenden Sie pH-neutrale Waschlotionen und im Idealfall ausschließlich klares Wasser. Übrigens, geben Sie der Dusche gegenüber der Badewanne den Vorzug.
Baumwolle statt Synthetik: Wer bei Baumwollunterwäsche an Omas Schlüpfer denkt, liegt falsch. Die heißesten Teile sind heute in Baumwolle erhältlich und unbedingt dem „Synthetikfetzen“ vorzuziehen. Vorsicht bei Tangas – sie führen eher zu Blasenentzündungen und Scheideninfektion. Und täglich Unterwäsche wechseln – eh klar.
Intimsprays: Verzichten Sie auf deren Einsatz ebenso wie auf Körperpuder – beides hält nicht was es verspricht und kann die Scheide austrocknen.
Verhütung:  Niemand ist vor Geschlechtskrankheiten sicher – deshalb unbedingt Kondom verwenden.
Nach dem Stuhlgang: Richtig wischen, und zwar von vorne nach hinten. Die Darmbakterien E. coli sind nämlich Hauptauslöser von Blasenentzündung.

Ganz allgemein gilt:

Eine gesunde Scheide reinigt sich von selbst. Und damit diese gesund bleibt, empfiehlt sich die Reinigung mit der Hand und klarem Wasser. Anschließend die Scheide mit einem sauberen Handtuch gut trocknen – denn Bakterien und Pilze lieben es feucht und warm.

Intimchirurgie

Kommt es aber zu Schmerzen beim Sex oder Sport, muss es oftmals gar keinen Erreger als Auslöser geben. Grund: Viele Frauen haben stark ausgeprägte innere Schamlippen, die im Alltag zum Problem werden können. Ist das der Fall, kann ein chirurgischer Eingriff, die sogenannte Labioplastik, Abhilfe schaffen. Bei dem einstündigen Eingriff wird überschüssiges Gewebe entfernt und die Schamlippen anschließend gestrafft, sodass sie von den äußeren umschlossen und „geschützt“ werden. Eine OP-Methode, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Denn die Sexualisierung der Gesellschaft präsentiert fälschlicherweise ein „Ideal“ – glatt, klein und straff – einer Vagina, das nicht der Vielfalt entspricht. Experten raten von so einem Eingriff aus rein ästhetischen Gründen ob möglicher Risiken ab. Die Gesundheit sollte, vor allem wenn es um unseren intimsten Bereich geht, immer im Vordergrund stehen.

Frauenleiden im Intimbereich 1/6
Blasenentzündung Symptome: Patienten klagen meist über ständigen Harndrang – die ausgeschiedene Urinmenge ist letztlich aber meist gering. Zudem kommt es zu brennenden Schmerzen beim Wasserlassen. Ist die Entzündung fortgeschritten, kann es zu Hämaturie – Blut im Urin – kommen und die entzündete Blasenschleimhaut macht sich durch schmerzhaftes Pochen bemerkbar. Bei derart schweren Fällen kann es auch zu Fieber kommen.
Ursachen: Da die Harnröhre von Frauen deutlich kürzer als die von Männern ist, kommt es bei ihnen leichter zur sogenannten Cystitis. Schuld ist in den meisten Fällen das Darmbakterium Escherichia coli, das sich durch falsche Hygiene nach dem Stuhlgang oder beim Geschlechtsverkehr den Weg zur Harnröhre bahnt. Aber auch Unterkühlung kann die Entstehung begünstigen.
Das hilft: Bei einer akuten Blasenentzündung mit Hämaturie und Fieber oder bei besonders starken Schmerzen ist ein Arzt zu konsultieren, der die Cystitis mit einmal Antibiotika behandlet (nicht zu häufig einnehmen!). Achten Sie auf richtige Intimhygiene und gehen Sie nach dem Sex auf die Toilette.
Pilzinfektion Symptome: Typisch für Scheidenpilz sind Rötungen und Juckreiz. Es kommt zur Schwellung der Scheidenschleimhaut und des äußeren Genitals. Zu Beginn der Erkrankung kommt es zu weißlich, dünnflüssigem Ausfluss, der sich im Verlauf der Infektion verändert und flockig bis topfig wird – er ist geruchslos.
Ursachen: Die Zahl an Pilzinfektionen steigt mit dem Beginn der Geschlechtsreife – Grund sind hormonelle Schwankungen, die das Scheidenmilieu verändern. Häufigste Ursache für Scheidenpilz ist die Einnahme von Antibiotika. Diese verändern die mikrobielle Besiedelung der Vagina. Aber auch Stress und psychische Belastung können ebenso, wie Immunerkrankungen zu einer Pilzinfektion, meist ausgelöst durch den Hefepilz Candida albicans, führen.
Das hilft: Kommt es zu den genannten Symptomen, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, um die Pilzinfektion als solche sicher zu diagnostizieren. Gut verträgliche Medikamente (oral oder lokal) bauen das Scheidenmilieu wieder auf und führen zu rascher Linderung.
Bakterielle Vaginose Symptome: Allgemein häufige Symptome sind Brennen und Jucken im Vaginalbereich. Typisch ist der weißlich-milchige Ausfluss, der oftmals stark unangenehm riecht. Zu einem gewissen Prozentsatz kann die Erkrankung auch anfangs symptomlos verlaufen – Vorsicht: Die Infektion kann bis in die Eileiter aufsteigen.
Ursachen: Mikrobiologisch ist die Krankheit immer mit einem Rückgang der normalen Laktobazillen-Flora verbunden – der Grund dafür ist nicht bekannt. Die Folge des Laktobazillendefizits ist ein Übergewicht von Gardnerella vaginalis und anaeroben Bakterien.
Das hilft: Ab zum Arzt. Eine orale oder lokale Antibiotikatherapie ergänzt durch das Zuführen von Laktobazillen sorgt für Abhilfe.
Pickel nach Rasur Symptome: Es kommt zu kleinen juckenden Pickelchen, die meist kurze Zeit nach der Rasur auftreten. Zudem kann das betroffene Areal gerötet sein und die rasierten Stellen brennen oder jucken.
Ursachen: Bei der Rasur, vor allem gegen die Wuchsrichtung, kann es zu kleinen Hautverletzungen kommen. In Kombination mit Schweiß kommt es dann zu kleinen Pickelchen.
Das hilft: Bereiten Sie sich auf die Rasur vor. Eine warme Dusche oder ein Bad machen die Haare weich. Eine scharfe Klinge verwenden und in Wuchsrichtung rasieren. Anschließend kalt abspülen – das schließt die Poren.
Scheidentrockenheit Symptome: In der Scheide wird nicht genügend Feuchtigkeit produziert. Es kommt zu Brennen und Juckreiz bis hin zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Ursachen: Häufig tritt Scheidentrockenheit während und nach den Wechseljahren auf – Grund ist der hormonelle Umschwung. Aber auch Rauchen, Alkohol und Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck sowie die Pille, Stress, Depressionen und sexuelle Ängste können zu Scheidentrockenheit führen.
Das hilft: Je nachdem wovon die Trockenheit der Scheide verursacht wurde, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Von Stressmanagement, über Psychotherapie bis hin zur Verwendung von Gleitcreme bei Erkrankungen gibt es viele Ansätze.
Große Schamplippen Indikationen: Viele Frauen lassen sich aus ästhetischen Gründen ihre Schamlippen verkleinern. Als Indikation werden allerdings Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, beim Sport oder im Alltag durch zu große Schamlippen gesehen.
Methode: Nach einem aufklärenden Gespräch wird ein OP-Termin nach dem Ende der kommenden Menstruation ausgemacht. Bei der Labioplastik wird meist unter lokaler Betäubung ein Keil aus den inneren Schamlippen entfernt und mit einem selbstauflösenden Faden straffend vernäht. Nach dem einstündigen Eingriff sollten zwei Tage Ruhe eingehalten werden. Geschlechtsverkehr nach 14 Tagen möglich.
Kosten: Rund 1.800 Euro – bei medizinischer Indikation (Schmerzen) tragen diese die Krankenkassen.

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