Mit diesem Gerät könnte in Zukunft Hautkrebs erkannt werden

Dyson-Award-Gewinnerprojekt

Mit diesem Gerät könnte in Zukunft Hautkrebs erkannt werden

Das Gewinnerprojekt „sKan“, ein kostengünstiges, leicht anzuwendendes Diagnosesystem, kann durch die Früherkennung von Hautkrebs Leben retten und im Gesundheitswesen Geld sparen.

Hautkrebs auf dem Vormarsch
Die Häufigkeit von Hautkrebs nimmt weltweit weiter zu. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland/Österreich jährlich auf 100.000 Frauen und Männer 28 Neuerkrankungen eines malignen Melanoms, auch schwarzer Hautkrebs genannt und die bösartigste Form von Hautkrebs, hinzukommen. Das Risiko, im Laufe des Lebens ein Melanom zu entwickeln, beträgt in Deutschland etwa 1:500, in Australien bereits 1:50. Melanome können trotz fehlender Beschwerden und einer relativ geringen Größe bereits frühzeitig Metastasen in Lymphknoten sowie anderen Organen bilden.

Schwarzer Hautkrebs ist deswegen sehr gefährlich, weil er von Betroffenen häufig lange Zeit unbemerkt bleibt. Viele Menschen achten nicht auf kleinere Veränderungen ihrer Haut und bemerken die Tumore erst sehr spät. Zudem kann passieren, dass der Hautkrebs bei Personen, bei denen keine Biopsie durchgeführt wird, gar nicht erst erkannt wird.

Vier Ingenieure der Universität McMaster in Kanada (Michael Takla, Rotimi Fadiya, Prateek Mathur and Shivad Bhavsar) haben sich des Problems der Melanom-Diagnose angenommen. Ihre Lösung, „sKan“, ist ein kostengünstiges, leicht anzuwendendes Diagnosesystem, das durch die Früherkennung von Hautkrebs Leben retten und den Gesundheitsdienstleistern Zeit und Geld sparen kann.

Wie „sKan“ funktioniert
Krebszellen haben einen schnelleren Stoffwechsel als normale Zellen. Dadurch setzen sie mehr Wärme frei. Wenn Gewebe einem thermischen Schock (beispielsweise über einen Eisbeutel) ausgesetzt wird, erreicht das Krebsgewebe schneller wieder seine Ausgangstemperatur als gesundes Gewebe, sodass an dieser Stelle ein Melanom vermutet werden kann.

 „sKan“ enthält eine Reihe von hochgenauen und dennoch kostengünstigen Temperatursensoren. Diese werden auf dem zu untersuchenden Gewebe platziert und messen, wie schnell dieses nach dem Abkühlen wieder die Umgebungstemperatur annimmt. Die Messwerte werden digitalisiert, wobei das Signal eine zeitsynchrone Mittelwertbildung, eine Temperaturschwankungserkennung und eine räumliche Validierung durchläuft. Die Ergebnisse werden zusammen mit einer Erklärung als Heatmap und Temperaturdifferenzdiagramm dargestellt. Anhand dieser Darstellungen kann eine mögliche Diagnose eines Melanoms abgelesen werden.

Nicht-invasive Wärmebildmethoden zur Melanomdiagnose existieren zwar bereits, sind aber sehr teuer, da sie eine hochauflösende Wärmebildkamera verwenden, deren Preis bei ca. 23.000 Euro beginnt. Die voraussichtlichen Kosten von „sKan“ betragen weniger als 1.000 USD (ca. 850 Euro).

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