Grillen ist beliebt - und gefährlich!

Jährlich 700 Verletzte

Grillen ist beliebt - und gefährlich!

Grillen ist beliebt und gehört im Sommer für viele Österreicher einfach dazu. Doch das offene Feuer ist alles andere als ungefährlich und verschafft jedes Jahr rund 700 Personen, zwei Drittel von ihnen Männer, einen unfreiwilligen Besuch im Krankenhaus, warnten Rotes Kreuz und das Kuratorium für Verkehrssicherheit am Montag.

Übermut und Fehleinschätzung

Die beliebtesten Monate, um den Griller "anzuschmeißen" sind von Mai bis August. Naturgemäß kommt es in dieser Zeit auch am häufigsten zu Unfällen, besonders im Juli und August. Der unfallträchtigste Wochentag ist der Samstag. An ein mögliches Hoppala denken die wenigsten: Laut einer KFV-Befragung stellen nur etwa 23 Prozent Löschdecke oder Feuerlöscher bereit, weiß Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV.

Wenn etwas passiert, dann vor allem durch Unachtsamkeit, Übermut oder Fehleinschätzungen. Rund die Hälfte aller Verletzungen sind Verbrennungen oder Verbrühungen. Aber auch Schnittverletzungen (32 Prozent) kommen vor, wobei besonders häufig Finger und Hände betroffen sind.

Laut KFV sollte der Griller stabil auf einer ebenen Standfläche im Freien stehen und nicht mehr bewegt werden, wenn er bereits mit glühender Kohle gefüllt ist. Ebenso empfiehlt sich ein entsprechender Abstand zu leicht brennbaren Materialien wie Schilfmatten, Gartenmöbel mit Sitzpolster, Zelten, Holzbauten, Holzzäunen usw. Ein möglichst windgeschützter Platz vermeidet Funkenflug. Kinder dürfen nicht unbeaufsichtigt in die Nähe des Feuers gelassen werden.

Empfohlen werden Grillanzünder aus festen Stoffen wie Trockenspiritus, Anzündriegel oder Zündwürfel. Weiters eignen sich Öle in Spezialflaschen und Grillpasten oder elektrische Grillanzünder. Brennbare Flüssigkeiten wie Spiritus und Benzin sind jedoch zu gefährlich - hier drohen Stichflammen sowie explosionsartige Rückzündungen. Weiters rät das KFV u.a., die Restglut immer vollständig abzulöschen.

Beim Grillen mit Gas sollte der Gasschlauch regelmäßig auf Risse und Sprödigkeit kontrolliert werden. Die Anschlüsse lassen sich mit Lecksuchspray auf ihre Dichtheit überprüfen. Das Zünden sollte grundsätzlich mit geöffnetem Deckel erfolgen.

Verbrennungsgefahr

Rotkreuz-Chefarzt Wolfgang Schreiber weiß, was bei Verbrennungen zu tun ist: "Kühlen Sie die betroffene Stelle für zehn Minuten mit Wasser, das lindert die Schmerzen". Dieses sollte nicht zu kalt, sondern handwarm sein. "Wenn vorhanden, decken Sie die Verbrennung mit einer sterilen Wundauflage ab." Diese kann mit Mullbinden fixiert werden - zu finden in jeder Autoapotheke. Bei schweren und großflächigen Verbrennungen 144 wählen. Nach der Versorgung der Wunde die Beine des Betroffenen hoch lagern, bis die Rettung kommt.

Starke Blutungen müssen gestoppt und der Notruf gewählt werden. Das gelingt mit einem Druckverband oder dem sogenannten manuellen Druck. "Pressen Sie Finger, Handballen oder Faust fest auf die Schnittwunde", sagte Schreiber. Auch hier gilt es, den verletzten Körperteil hoch zu lagern.

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