So viel Lichtschutz muss sein!

Sommer, ­Sonne und Sonnencreme

So viel Lichtschutz muss sein!

Während die einen zu Sonnenanbetern mutieren, retten sich die anderen in jedes Fleckchen kühlenden Schatten. Geschmäcker sind verschieden? Nicht unbedingt. Ob wir Sonne lieben und gut vertragen oder bereits nach wenigen Minuten unter den Wärmestrahlen erröten, ist tatsächlich nur in geringem Maße eine Frage des Geschmacks. Der jeweilige Lichtschutztyp ist entscheidend.

Sind Sie stark gefährdet?
Das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, wird meist sehr fahrlässig unterschätzt. Während jeder Mensch schwarzen und weißen Hautkrebs entwickeln kann, sind manche besonders stark gefährdet:

✹ Menschen mit vielen Muttermalen. ­Regelmäßige Kontrolle ist essenziell!
✹ Sehr helle bis blasse Hauttypen, die UV-Strahlung besonders schlecht vertragen.
✹ Jene Menschen, die bereits ein- oder mehrmals an Hautkrebs erkrankt sind.
✹ Menschen, die sich sehr viel und lange im Freien aufhalten.
✹ Solarium-Fans
✹ Jene, die gerne und lange sonnenbaden
✹ Menschen, die in der Vergangenheit bereits öfter Sonnenbrände erlitten haben.
✹ Sonnencreme-Verweigerer
 
 
Typsache Lichtschutz
Ungeachtet des Hauttons sollte der Schutz Ihrer Haut immer oberste Priorität haben. Gängigen Mythen zum Trotz können auch dunkle Hauttypen Sonnenschäden erleiden und mit ihnen gefährliche Folgerisiken. Dennoch kann es sehr hilfreich sein, den eigenen Lichtschutztyp zu kennen (Selbsttest unten), um über die persönliche Empfindlichkeit Bescheid zu wissen und sich optimal zu schützen. Denn so unterschiedlich unsere Haut auch ist, so verschieden sind auch ihre jeweiligen Bedürfnisse: Sind Sie der hellste, der „keltische“ Lichtschutztyp, dann ist Ihre Haut besonders sonnenempfindlich. Die Eigenschutzzeit beträgt nur fünf bis maximal zehn Minuten – so lange kann Ihre Haut den Sonnenstrahlen standhalten, ohne geschädigt zu werden. Da diese Eigenschutzdauer sehr schnell überschritten ist, empfiehlt sich besonders rigoroser Gebrauch von Sonnencreme mit höchstem Lichtschutzfaktor (50+). Der zweitempfindlichste Lichtschutztyp ist der „germanische“. Seine Eigenschutzzeit ist ebenfalls sehr kurz, rund zehn bis maximal zwanzig Minuten. Menschen mit germanischer Haut profitieren von sehr hohem Lichtschutzfaktor, im Bereich von (mindestens) 30 bis 50. Der Lichtschutztyp „dunkelhäutiger Europäer“ ist bereits deutlich weniger sonnenempfindlich und hat eine Eigenschutzzeit von bis zu fünfundzwanzig Minuten. Lichtschutzfaktor 30 ist hier ideal. Am besten wird Sonne vom „mediterranen“ Hauttyp vertragen. Mit einer Eigenschutzzeit von bis zu dreißig Minuten reicht ein Sonnencreme-Lichtschutzfaktor von 20 bis 30 aus. Auch für diese sonnenverträglichsten aller Hauttypen ist Sonnencreme ein Muss.
 
Sonnenschutz 1x1
Der wichtigste Eckpfeiler effizienten Hautschutzes ist eine Sonnenschutzcreme oder -lotion mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor. Diese Produkte bilden die Barriere, durch die die Sonnenstrahlen hindurch müssen. Das „Cremen!“-Mantra gilt übrigens nicht nur für den Badeurlaub, sondern auch für den Alltag. Bereits kurze Aufenthalte in der Sonne setzen schädliche Radikale in unserem Körper frei, weshalb immer mehr Tagespflegeprodukte für das Gesicht einen Lichtschutzfaktor eingebaut haben – eine absolut notwendige Entwicklung. Die Höhe des Lichtschutzfaktors ist dabei entscheidend. Wirklicher Schutz wird erst mit ­einem LSF im zweistelligen Bereich erreicht. Hauttyp, geografische Lage und Sonnenstand spielen zwar eine Rolle, jedoch ist Sonnencreme immer notwendig. Sonnenschutzprodukte sollten stets großzügig aufgetragen werden, bei längerem Aufenthalt im Freien alle drei Stunden erneut. Dieses Intervall kann sich verkürzen, wenn Sie zwischenzeitlich ­etwa im Wasser waren oder stark geschwitzt haben: Dann gilt es, den Sonnenschutz sofort zu erneuern. Eine weitere wichtige UV-Barriere bildet Kleidung. Vorsicht: Nasses Gewand und sehr dünn gewebte Stoffe bieten nur sehr wenig Schutz. Vor allem Kinder sollten beim Aufenthalt in der Sonne entsprechend schützende Kleidung tragen (ideal: Kopfbedeckung, lange Ober- und Unterteile, Schuhe) und dazu einen Cremeschutz mit LSF 50 +. Kinderhaut fehlt die natürliche Schutzbarriere der Erwachsenenhaut, denn das Pigment Melanin kann erst im Laufe der Jahre gebildet werden. Bis zum zwölften Lebensmonat sollten Babys nie direkter Sonne ausgesetzt sein und immer gut beschattet werden. 
 
Gefahrenquelle: Medikamente und Kosmetika
Bestimmte Medikamente schwächen den Eigenschutz der Haut und erhöhen damit die Lichtempfindlichkeit beträchtlich: Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac, Roaccutan oder Johanniskraut-Präparate. Lesen Sie daher die Medikamenten-Beipack­zettel aufmerksam und fragen Sie im Zweifelsfall bei Arzt oder Apotheker nach. 
 
Die eigene Lichtempfindlichkeit kann sich auch in der Schwangerschaft erhöhen und vermehrten Sonnenschutz notwendig machen. Kosmetika können unter der Sonne ebenso Probleme bereiten: Parfüms, Deodorants, Cremes und Lotions können Alkohol enthalten, welcher bei direkter Sonneneinstrahlung Flecken auf der Haut bilden kann. Die meisten sonnenallergischen Reaktionen sind auf ungeeignete Körperpflegeprodukte zurückzuführen. Selbes gilt übrigens für das Haar: Sprays und andere Stylingprodukte können das Haar austrocknen und es besonders anfällig für Sonnenschäden machen. 
 
Die Haut vergisst nicht
Ein großes Problem, das Sonnenhungrige gerne vergessen, ist die Tatsache, dass die Haut ein Gedächtnis hat. Schäden, die ihr zugefügt werden, verschwinden nur oberflächlich, vor allem wenn es um Sonnenschäden geht. Zwar regenerieren sich die Zellen nach einem Sonnenbrand langsam wieder, jedoch vergisst die Haut ihr Leid nie. Auch Schäden aus der Kindheit bleiben der Haut im Gedächtnis – Experten vermuten, dass 60 bis 70 Prozent aller lichtbedingten Hautschäden bereits in der frühen Kindheit entstehen. Sie können auch ein Grund dafür sein, warum Sie trotz gründlichem Sonnenschutz im Erwachsenenalter dennoch ein erhöhtes Hautkrebs-Risiko haben. 
 
Die Haut richtig vor der Sonne schützen 1/5
Schutz zum Auftragen
Wer plant, einen sonnigen Tag im Freien zu verbringen, sollte rechtzeitig ­Sonnenschutzprodukte auftragen. Die Creme braucht gewisse Zeit, um den vollständigen Schutz zu entfalten. Auch bei leichter Bewölkung können Strahlen durchdringen. Schädlich sind übrigens nicht nur ausgedehnte Sonnenbäder, sondern auch die vielen kurzen Momente in der Sonne. Der Lichtschutzfaktor sollte immer mindestens im zweistelligen Bereich liegen. Wichtig: ­Immer wieder nachcremen, besonders wenn Sie dazwischen im Wasser waren.
Kinder gehen vor
Konsequenz Die Haut kleiner Kinder verträgt UV-Strahlung am wenigsten. Die Haut merkt sich jeden Sonnenbrand, weswegen gerade der schwarze Hautkrebs, der im Laufe des Lebens auftreten kann, Verbrennungen im Kleinkindalter zugeschrieben wird. Schützen Sie ihre Kinder mit wasserfesten, kindgerechten Cremen mit LSF 50 +, lichtundurchlässiger Kleidung und einer Kopfbedeckung vor direkter Sonneneinstrahlung.
Mittagssonne meiden
Pause Zwischen 11:00 und 15:00 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten. Wer diese Zeit in der Sonne meidet, entgeht im Schnitt 75 Prozent der schädlichen Strahlung.
Kosmetika meiden
Weniger ist mehr Deos, Parfüms, Body­lotions und Make-up können Alkohol enthalten. Dieser kann bei direkter Sonneneinstrahlung Flecken auf der Haut bilden. Die meisten sonnenallergischen Reaktionen sind auf ungeeignete Körperpflegeprodukte zurückzuführen. Selbes gilt übrigens für die Haare: Haarspray und Stylingprodukte können Ihr Haar zusätzlich austrocknen. Die beste Lösung (auch für einen Bad Hair Day): Hut oder Kappe aufsetzen.
Immer mit der Ruhe
Mit Weile Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die Sonne, anstatt ohne jegliche Vorbereitung von null auf hundert zu schalten. Ihr persönlicher Schutzmechanismus, die „Lichtschwiele“(eine Verdickung der Hornhaut), ist erst nach etwa drei Wochen des Sonnenbadens voll ausgebildet und entspricht dann etwa LSF 5. Mit abnehmender Sonneneinstrahlung wird die Lichtschwiele rasch wieder abgebaut und die Eigenschutzfähigkeit der Haut sinkt.
 
Sonnenseiten
Bei allen Negativfolgen hat die Sonne auch ihre guten Seiten. Richtig geschützt können Sie sie auf gesunde Weise genießen und ihre Vorteile ernten. Zehn bis fünfzehn Minuten Sonne pro Tag sind ideal – am besten vor 10:30 Uhr oder nach 15:00 Uhr, da die schädliche UV-Belastung zu diesen Tageszeiten am geringsten ist. Besonders der Vitamin- und Hormonhaushalt freut sich über die Sonnenkur in Maßen: Die Sonne ist hauptverantwortlich dafür, dass unser Körper das Allroundtalent Vitamin D bilden kann. Das Vitamin ist wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Muskelfunktion. Auch für ein funktionierendes Immunsystem ist es unabdingbar. 
 
Sonnenlicht ist auch ein echtes Stimmungswunder und wirkt sogar gegen Depressionen: Das Glückshormon Serotonin wird in der hellen Jahreszeit vermehrt gebildet. Sein Anstieg im Körper lässt uns wach werden, steigert unsere Antriebslust, stärkt das Abwehrsystem und reguliert sogar das Hungergefühl. All das macht uns „glücklich“. Zudem erhöht sich in der Sonne die Endorphinproduktion, während die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin sinkt. Willkommen im Sommer!
 
 
Selbsttest
Testen Sie, welcher Lichtschutztyp Sie sind, um die Bedürfnisse Ihrer Haut besser kennenzulernen:

1. Welche ist Ihre natürliche Haarfarbe?
A.)rot bis rotblond
B.)blond
C.)braun
D.)schwarz
 
2. Welche Augenfarbe haben Sie?
A.)hellblau
B.)blau, grün
C.)braun
D.)dunkelbraun
 
3.Haben Sie Sommersprossen im Gesicht?
A.)viele
B.)einige
C.)ein paar
D.)nein
 
4. Wie ist Ihre Hautfarbe im ­ungebräunten Zustand?
A.)sehr blass
B.)hell
C.)mittel
D.)dunkel/oliv

5. Wie sehr neigen Sie zu Sonnenbrand?
A.)sehr bzw. rasch
B.)relativ schnell
C.)nur selten
D.)kaum bis nie

6. Werden Sie in der Sonne braun?
A.)nie
B.)nur leicht
C.)mittel
D.)sehr braun
 
Auswertung:
Überprüfen Sie, welche Option (a, b, c, d) Sie am häufigsten gewählt haben und lesen Sie alle Infos im Artikeltext oben. 
 
Vorwiegend Option A gewählt: 
Keltischer Lichtschutztyp

Vorwiegend Option B gewählt:
Germanischer Lichtschutztyp

Vorwiegend Option C gewählt:
Dunkelhäutiger Europ. Lichtschutztyp

Vorwiegend Option D gewählt:
Mediterraner Lichtschutztyp
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